Ilana Halperin. Steine
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Wesentliche Anregungen hat die im schottischen Glasgow ansässige Künstlerin Ilana Halperin aus der Steinsammlung des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité bezogen. Diese Kollektion geht zurück auf die beiden Berliner Anatomen des 18. Jahrhunderts, Johann Gottlieb Walter und seinen Sohn Friedrich August Walter, die sich seinerzeit als eine Art Körpermineralogen verstanden. Bis heute wird die Museumssammlung durch Körpersteinzuwächse aus unterschiedlichen Quellen erweitert. Ilana Halperin hat aus ihrer Auseinandersetzung mit diesen Objekten in jüngster Zeit etliche neue Werke geschaffen. Diese beinhalten Stiche, Holzschnitte, Aquarelle, eine Videoarbeit sowie neuartige Skulpturen, die in geothermalen Becken der Badeanlage Blue Lagoon in Island geschaffen wurden. Zusammen mit plastischen Werken, die Halperin in den kalzifizierenden Quellen von Saint-Nectaire in Frankreich fertigte, kreisen diese Arbeiten im Zentrum um eine Geologie, die sowohl im Körper von Mensch und Tier als auch in der freien Natur geformt wird. Überdies werden in der Ausstellung geologische Objekte aus dem Museum für Naturkunde Berlin und dem Hunterian Museum, Glasgow, zu sehen sein. Gezeigt werden außerdem als ältestes Objekt der Welt der Allende Meteorit sowie der größte bislang bekannt gewordene Harnblasenstein. Das Ausstellungsprojekt des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité wurde ermöglicht durch die Schering Stiftung, Berlin, die bis 5. Mai 2012 in ihrem eigenen Projektraum unter dem Titel Hand Held Lava eine zweite Ausstellung von Ilana Halperin zeigte, die einen intensiven Einblick in Phänomene vulkanischen Ursprungs geben wird. Die Präsentation im Medizinhistorischen Museum wurde zusätzlich unterstützt durch Creative Scotland, British Council und Blue Lagoon, Island. Halperins künstlerisches Schaffen richtet sich seit längerem auf geologische Prozesse und Phänomene aus. Hierbei setzt sich die Künstlerin insbesondere mit unserem Verständnis von Zeit auseinander. In ihrem Ansatz verknüpft sie Feldstudien in verschiedenen Orten und Ländern wie Hawaii, Island, Frankreich und China mit Untersuchungen in Museen, Archiven und Laboren. Ihre künstlerische Praxis entwickelt sie bevorzugt in Kooperationen mit geologischen Spezialisten aus verschiedenen Einrichtungen wie etwa dem Global Volcanism Program, dem British Geological Survey und dem Earthwatch Institute. Halperin konnte ihre Arbeiten bislang bereits in zahlreichen Ausstellungen präsentieren, so etwa in Volcano in Compton Verney (2010); Estratos, kuratiert durch Nicolas Bourriaud (2008); Sharjah Biennial 8 (2007) und Experimental Geography, kuratiert durch Nato Thompson (2008-2011). Für ihr Werk ist sie vielfach ausgezeichnet worden, so etwa mit dem Creative Scotland Award, dem British Council Darwin Now Award und dem Alchemy Fellowship des Manchester Museums. Kürzlich erst wurde sie zum ersten Kunst-Fellow am National Museum of Scotland ernannt, ein Ziel ist eine Einzelausstellung im Museum während des Edinburgher Festivalsommers 2013. Zudem wurde sie an der geologischen Abteilung des neuen Shrewsbury Museum (The Music Hall) in der Geburtsstadt Charles Darwins zur Künstlerkuratorin bestimmt. Kuratoren: ILANA HALPERIN. STEINEEröffnung: 26. Januar 2012, 19-21 Uhr Im Frühjahr 2012 erschien eine gesonderte Publikation, die Ilana Halperins Arbeiten sowie beide Ausstellungen würdigt. In Englisch und Deutsch. Weitere Informationen unter http://www.bmm.charite.de/. Fotos: Abb 1: |
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