Photograph 51 - Über Entdeckung und Erfolg
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24.10.2012, Berlin | Das im Februar im English Theatre Berlin uraufgeführte Wissenschaftsstück "Photograph 51" von Anna Ziegler wird aufgrund der großen Nachfrage wieder in den Spielplan aufgenommen (6. bis 13.11.2012, außer Sonntag, jeweils 20 Uhr). Das von der Schering Stiftung geförderte Stück handelt von Rosalind Franklin – Jüdin, Frau, Wissenschaftlerin –, der es 1952 am King´s College in London gelang, eine Fotografie zu machen, die in der Wissenschaftsgeschichte als der erste Beweis für die Doppelhelix-Struktur der DNA gilt. Den Erfolg dafür ernten später allerdings drei Männer, die Franklins Foto Nr. 51 ohne ihr Wissen verwenden. |
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Rosalind Franklins Bahn brechender Beitrag wird jahrzehntelang verschwiegen. Denn als James Watson, Francis Crick und Franklins Kollege Maurice Wilkins 1962 den Nobelpreis erhalten, ist sie bereits seit vier Jahren tot. Hinter dieser scheinbar simplen Fotografie verbergen sich eine ganze Reihe von wissenschaftssoziologischen Entwicklungen, biopolitischen Szenarien und futuristischen Entwürfen: Da ist die tragische Geschichte von Rosalind Franklin, die zwar das Foto schoss, die Früchte ihrer Arbeit allerdings nie ernten konnte. Da ist der Wettlauf um die Aufklärung der DNA-Struktur, in dem Anfang der 50er Jahre weltweit mehrere Forschergruppen mit harten Bandagen um Ruhm und Ehre kämpften. Und da ist nicht zuletzt der Startschuss, den das Foto 51 und die DNA-Doppelhelix für die weitere Entwicklung der Genetik darstellten und der für unsere Zeit und unsere nahe Zukunft gleichzeitig Schreckensvisionen und paradiesische Entwürfe bereithält: Eine auf Gentests und Humangenomsequenz basierte „personalisierte“ Medizin, Genetic Body Enhancement, gentechnisch veränderte Nahrung, Synthetische Biologie, Gentherapie. Die Schering Stiftung fördert das Theaterstück aufgrund seiner vielschichtigen Herangehensweise an dieses bedeutende Ereignis der Wissenschaftsgeschichte. Mit künstlerischem Auge, aber nicht ohne wissenschaftliche Auseinandersetzung, verarbeitet es das beschriebene Geschehen. Es thematisiert nicht nur die Emanzipation der Frau in der damals noch männerdominierten Wissenschaftswelt, sondern deutet auch auf die Folgen einer alles verändernden Entdeckung hin. Regie: Günther Grosser Mit „Photograph 51“ gewann Anna Ziegler 2008 den Preis der Sloan-Foundation für das beste Wissenschaftsstück. Wiederaufnahme06. bis 13.11.2012, 20 Uhr Das Stück wird in englischer Sprache aufgeführt. English Theatre Berlin Das Projekt ist eine Kooperation des English Theatre Berlin mit Frau Prof. Regine Hengge vom Institut für Biologie an der Freien Universität Berlin. |
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