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Egomane Faust - Michael Thalheimer inszeniert Goethes Faust

16.10.2004, Deutsches Theater, Berlin | Seine Handschrift ist markant – und umstritten: Der Regisseur Michael Thalheimer gilt als einer der kreativsten und eigenwilligsten Regisseure im deutschsprachigen Raum. Wie mit dem Skalpell zerlegt der Shootingstar der Theaterszene die klassischen Texte, reduziert sie auf ihre Essenz und legt ihren Kern frei. Sein Anliegen: die Grundsubstanz der Klassiker sichtbar zu machen, sie von allem Beiwerk loszulösen und ihre Emotionalität ins Hier und Jetzt zu übertragen.

Mit der Inszenierung von Goethes Faust I am Deutschen Theater in Berlin ist Michael Thalheimer genau dies einmal mehr gelungen. Vor einem minimalistischen Bühnenbild zeigt er Faust als um sich selbst kreisenden Egozentriker.
"Der das Existenzielle total ausleuchtende Diskurs, Goethes furioser Schnellkurs über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Daseins, seine in der Weltliteratur einzigartig poetisch-pointierte Erörterung der Sinnfrage als grandiose One-Man-Show Fausts. Unzergrübelt, unhysterisch. Eher nüchtern, aber mit Leidenschaft durchsetzt", urteilt die Tageszeitung Die Welt.

Es spielen Ingo Hülsmann (Faust), Sven Lehmann (Mephisto), Regine Zimmermann (Gretchen,), Peter Pagel (Adlatus), Horst Lebinski (Student), Henning Vogt (Gretchens Bruder) und Isabel Schosni (Marthe Schwerdtlein).

Michael Thalheimer, 1965 in Frankfurt am Main geboren, studierte Schauspiel in Bern und arbeitete viele Jahre als Schauspieler. Seinen Durchbruch als Regisseur hatte er mit Franz Molnárs "Liliom" am Thalia Theater Hamburg (2000). Seine Inszenierung von Lessings "Emilia Galotti" am Deutschen Theater (2002) wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis sowie mit dem Wiener Nestroy-Preis ausgezeichnet.


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