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Cornelia Renz

Förderpreis 2005 Preisträgerin

Ganz anders greift Cornelia Renz das Thema der Kind-Frau auf. Ihre Bilder sind keine kontemplative Erforschung der Psyche, sondern erzählen Geschichten von Aktion und Kommunikation, von Aggression bis zu Gewalt und Grausamkeit. Sie zwingt den Betrachter zur Auseinandersetzung mit diesen Themen, die im selben Maß, in dem sie in den Medien über-präsent sind, verdrängt und neutralisiert werden. Ihre Arbeiten lassen offen, ob sie den Gedanken der Mädchen und jungen Frauen, des Betrachters oder einer tatsächlich existierenden Realität Ausdruck verleiht.

Aus dem Kreis der nominierten Künstler gab die Jury bereits im Vorfeld der Ausstellung die 1966 in Kaufbeuren geborene Künstlerin Cornelia Renz als Preisträgerin des Förderpreises Bildende Kunst der Schering Stiftung bekannt.

In ihrer Beurteilung ehrt die Jury die Arbeit der jungen Künstlerin im Maße ihrer hohen Qualität, in ihrer eigenständigen künstlerischen Position und im Potential für eine weitere künstlerische Entwicklung. Die figurativen Arbeiten der in Leipzig studierten Meisterschülerin von Sighard Gille sind von einem zwischen Absurdität und Normalität changierenden Personal bevölkert.

Jurymitglied Armin Zweite, Direktor der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, analysiert den suggestiven Charakter von Cornelia Renz' Arbeiten mit großer Aufmerksamkeit für die dargestellte Allianz zwischen Sentimentalität und Schrecken. Mädchen zumeist oder Kindfrauen, dargestellt mit der "Brüchigkeit von innerer Bildlogik und bewusster Irreführung des Betrachters". Armin Zweite ordnet Cornelia Renz' Beitrag zur zeitgenössischen Kunst folgendermaßen ein:

"(Sie) reagiert mit ihren Werken auf ein spezifisches Zeitgefühl. Das zeichnet sich dadurch aus, dass die Emanzipationshorizonte offenbar weitgehend verbaut sind und dass der Existenzgrund bodenlos geworden zu sein scheint. (...) Die sozialen Rollen definieren sich, so der Eindruck, kaum noch über Funktion, Aufgabe, Status von Personen, sondern über die Codierung der jeweiligen Erscheinung, die sich durch Ausstattung und Maskerade definiert."

 

Weitere Informationen zur Künstlerin

  • Geboren 1966 in Kaufbeuren.
  • 1993-1998 Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB), Leipzig, Diplom / Meisterschülerin bei Sighard Gille

Stipendien und Auszeichnungen

  • 1996 Schüngelpreis
  • 1998 Reisestipendium der europäischen Stiftung Germination
  • 1999 Stipendium des Freistaates Sachsen
  • 2001 Marion Ermer Preis, Oktogon der Hochschule für bildende Künste Dresden

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen (Auswahl)

  • 1996  100 Sächsische Grafiken, Neue Sächsische Galerie, Chemnitz, Schüngelpreis
  • 1997  Kunststudenten stellen aus, 13. Bundeswettbewerb, Kunst- und Ausstellungshalle der BRD
  • 1998  freibad, f-Raum e.V., Städtisches Kaufhaus, Leipzig - h-auswärts, f-Raum e.V., Haus Löhrstraße, Leipzig - baboons are dangerous, Diplomausstellung, Leipzig - Germinations X, The Factory, Athen
  • 1999  100 Sächsische Grafiken, Dresdner Bank, Leipzig - Germinations X, het Elzenveld, Antwerpen - von mir aus, Kunstverein Rüsselsheim
  • 2000  Klasse Gille, Galerie Timm Gierig, Frankfurt am Main - Das große Glück, Sparkasse Leipzig (E)
  • 2001  Meisterschüler 2001, Galerie der HGB Leipzig - Remember, Regierungspräsidium Leipzig (E) - Young Artists in Transition, He Xianing Gallery, Shenzhen, VR China
  • 2002  Kostprobe, Hotel Leipziger Hof, Leipzig - Marion Ermer 2, Jenoptik Werke, Jena - Leipziger Jahresausstellung, Leipzig
  • 2003  rekord, Galerie rekord, Berlin - Büro Spors, Berlin (E)
  • 2004  Eden, Galerie rekord, Berlin (E) - rekord aus Berlin, Overbeck-Gesellschaft, Lübeck - dancing lines, Galerie Christa Burger, München, gemeinsam mit Caro Suhrkämper


E = Einzelausstellung


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