Ivana Franke

 

Stipendiatentreffen 2005

60 junge Forscher kamen im Juni 2005 zum Stipendiatentreffen der Schering Stiftung nach Berlin, um sich auszutauschen. Aber es ging nicht nur um das Gespräch miteinander, sondern auch um das mit der Gesellschaft. "Wie können wir den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit verbessern?" war eine der Fragen, die im Rahmen eines Workshops eingehend diskutiert wurden.

Sie kamen aus England, Italien und Spanien, aus Finnland, Polen und der Schweiz, aus den USA und Kanada, und aus Deutschland. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die allesamt exzellent in ihrem Gebiet sind. Einige sind aktuelle Stipendiaten der Schering Stiftung, andere hatten von der Schering Stiftung vergebene Preise gewonnen, wieder andere waren ehemalige Stipendiaten der Schering Forschungsgesellschaft. Manche erforschen Details bei der Zellteilung, andere haben die Eiweißsynthese in den Ribosomen im Visier, oder sie brüten über neuen Synthesewegen zu bestimmten Zielmolekülen. Einige tun dies an Universitäten, manche an anderen Forschungseinrichtungen, wieder andere forschen im industriellen Umfeld.

So unterschiedlich Herkunft und Arbeitsgebiete auch sein mochten - eines war allen 60 Teilnehmern des Stipendiatentreffens gemeinsam: Es waren herausragende Wissenschaftler, die für drei Tage im Berliner Harnack-Haus der Max-Planck-Gesellschaft zusammenkamen.

Onkologie, Signalübertragung, Endokrinologie, Neurowissenschaften, Chemie, Bioinformatik und Zellbiologie waren die Schwerpunktthemen des wissenschaftlichen Programms. In vier Sitzungen und einer zentralen Posterpräsentation stellten zahlreiche Teilnehmer ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor. Das bot vielen die Gelegenheit, über den unmittelbaren Rand des eigenen Forschungsgebiet hinauszublicken.

Der wissenschaftliche Austausch war aber nur ein Schwerpunkt. Außerdem sollten sich die Jungakademiker ihrer Verantwortung gegen-über der Gesellschaft bewusst werden. Gelegenheit hierzu bot der Workshop "Public Understanding of Science". Außerdem bekamen elf Stipendiaten im Anschluss an das Treffen die Möglichkeit, an einem Medien- und Kommunikationstraining teilzunehmen. "Dieses Angebot ist Teil eines übergeordneten Programms, mit dem wir langfristig junge Wissenschaftler unterstützen und ihre Entwicklung zu führenden Persönlichkeiten in der Wissenschaft fördern möchten", so Monika Lessl, Vorstand der Schering Stiftung. Weitere Veranstaltungen zu anderen nützlichen Themen sind geplant - etwa mit Tipps für junge Akademiker, die erstmals eine eigene Arbeitsgruppe zusammenstellen oder ein größeres wissenschaftliches Projekt steuern.

Im Rahmen des Treffens stellte sich auch die Deutsche SchülerAkademie vor. Diese - unter anderem von der Schering Stiftung unterstützte - Einrichtung führt mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten so genannte Akademien durch. Das sind gut zweiwöchige Ferienseminare, in denen Schüler sich intensiv mit Themen unterschiedlicher Fachgebiete befassen und an wissenschaftliches Arbeiten sowie an moderne Präsentationstechniken herangeführt werden.

Allein 2005 fanden sieben solcher Akademien mit insgesamt 640 Teilnehmern statt. Auf dem Berliner Stipendiatentreffen berichteten zwei Schülerinnen von ihren eigenen Erfahrungen während einer solchen Akademie. "Wir würden uns wünschen, wenn wir einigen der teilnehmenden Jungakademiker Lust gemacht haben, sich einmal an der Deutschen SchülerAkademie zu beteiligen", so Monika Lessl. Schließlich seien bei jeder Akademie auch wissenschaftliche Experten dabei, die die einzelnen Kurse und Workshops fachlich betreuen.

Für einen Exkurs vom übrigen Programm sorgte Susanne Weirich. In ihrem Vortrag "Alternate Endings" gab die Installationskünstlerin eine Übersicht über einige ihrer Arbeiten. Arbeiten, die sie immer auch "an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft" sieht - nicht zuletzt, weil "ich mich bei den umfangreichen Recherchen am Anfang meiner Projekte wissenschaftlicher Arbeitsmethoden bediene". Zum Teil suche sie sogar die Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern - etwa als sie für die Videoinstallation "Der Ereignishorizont" - einem Begriff aus der Physik - Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik einbezog.

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