Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Ernst Schering Preis 1992

Peter H. Seeburg

In diesem Jahr verleiht die Schering Forschungsgesellschaft zum ersten Mal den Ernst Schering Preis. Mit diesem Preis, der mit 75.000 DM dotiert ist, sollen hervorragende Wissenschaftler ausgezeichnet werden, die sich auf dem Gebiet der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung verdient gemacht haben.

Das Kuratorium, dem Schering und externe Wissenschaftler angehören, hat in diesem Jahr Prof. Dr. Peter Seeburg, Zentrum für Molekularbiologie, Universität Heidelberg, als Preisträger gewählt. Damit sollen seine Arbeiten zum Verständnis der Interaktion von bestimmten Neurorezeptoren, sogenannten GABA-Rezeptoren, auf molekularbiologischer Ebene ausgezeichnet werden.

GABA-Rezeptoren sind an einer Vielzahl von Regulationsmechanismen im Gehirn beteiligt. Sie sind auch die Andockstellen für Medikamente zur Behandlung verschiedener zentralnervöser Beschwerden oder Erkrankungen wie Schlafstörungen oder Angstzustände. Die Erkenntnisse über die Zusammensetzung, Funktion und Regulation der GABA-Rezeptoren können unter anderem dazu beitragen, spezifischere Wirkstoffe zu entwickeln und soweit möglich unerwünschte Nebenwirkungen zu reduzieren.

Prof. Manfred Erhardt, Berliner Senator für Wissenschaft und Forschung, überreichte Seeburg den Ernst Schering Preis am 23. September 1992 im Schauspielhaus Berlin. Erhardt begrüßte das Engagement Scherings für die Förderung der Forschung am Standort Berlin. Zahlreiche Gäste aus Politik und Wissenschaft, darunter auch die Nobelpreisträger für Medizin, Prof. Bengt Samuelson und Prof. Bert Sakmann, nahmen an der Verleihung teil.

Prof. Günther Stock, Forschungsvorstand der Schering AG, betonte in seiner Begrüßung, dass Berlin für Schering ein wichtiger Forschungsstandort ist, den das Unternehmen mit eigenen Aktivitäten weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt machen möchte. Hierzu soll unter anderem die Schering Forschungsgesellschaft beitragen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die zukünftige Generation von Wissenschaftlern zu fördern und die interdisziplinäre Kommunikation zwischen Wissenschaftlern zu pflegen. "Wir wollen Ort einer lebhaften wissenschaftlichen Auseinandersetzung sein", meinte Prof. Günther Stock. Wichtigstes Anliegen der im Juni 1991 gegründeten Gesellschaft ist es, Forschung nicht isoliert zu sehen, sondern in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Grundlagenforscher sowie Wissenschaftler der anwendungsorientierten Forschung sollen durch regionale Aktivitäten und internationale Veranstaltungen zusammengebracht werden.

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