Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Ernst Schering Preis 1993

Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard

Professor Dr. Christiane Nüsslein-Volhard, Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen, erhielt am 22. September den Ernst Schering Preis in Höhe von 75.000 DM. Die Preisverleihung durch Professor Dr. Manfred Erhardt, Senator für Wissenschaft und Forschung, fand im Schauspielhaus Berlin statt. Die Schering Forschungsgesellschaft vergab den Preis zum zweiten Mal.

Mit diesem Preis wird jährlich ein hervorragender Wissenschaftler geehrt, der sich außerdem verpflichtet, eine Woche lang in Berlin für interessierte Forschungsinstitutionen Vorlesungen, Seminare oder Laborgespräche durchzuführen.

In diesem Jahr wählte die Forschungsgesellschaft Professor Dr. Christiane Nüsslein-Volhard, eine der bedeutendsten Entwicklungsbiologinnen unserer Zeit. Sie ist Direktorin am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit einem Kardinalproblem der Biologie: Welche chemischen und physikalischen Mechanismen steuern die Entwicklung der befruchteten Eizelle zum differenzierten Organismus? Für ihre Forschung verwendet sie die Fruchtfliege Drosophila melanogaster, die sich im Freien mit Vorliebe an faulenden Pfirsichen und in Weingläsern sammelt. Die Eier von Drosophila sind mit einem halben Millimeter verhältnismäßig groß und den Wissenschaftlern somit leicht zugänglich. Außerdem vermehrt sich Drosophila schnell: Ein Fliegenweibchen kann bis zu 200 Eier legen - und das über 14 Tage lang. Es vergehen nur 22 Stunden, bis die Larve des ersten Stadiums schlüpft. Beste Voraussetzungen für die Untersuchung der Entwicklungsmechanismen an Drosophila-Larven.

Nicht nur die Berliner, sondern auch die Bonner Politiker setzen sich gerade in jüngster Zeit stärker mit der Forschungsfinanzierung in Deutschland auseinander. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Forschungsinstitutionen wird gefordert. Genau hier setzen die Aktivitäten der Schering Forschungsgesellschaft an. Es ist dem Kuratorium der Forschungsgesellschaft ein wichtiges Anliegen, den Kontakt zwischen verschiedenen universitären Einrichtungen einerseits und den Wissenschaftlern aus industrieller beziehungsweise angewandter Forschung andererseits sowohl in Deutschland als auch international zu verbessern.

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