Philipp Lachenmann: DELPHI Rationale

 

Fokus auf Andrea Mantegna

Der Evangelist Markus im Fokus

Ausstellungseröffnung „Fokus auf Andrea Mantegna“ im Städel Museum Frankfurt

02.04.2009, Berlin / Frankfurt | Kunstwerke werden in Museen zumeist kommentarlos ausgestellt. Was dem Betrachter dabei neben dem rein visuellen Eindruck unter Umständen entgeht, zeigt die seit 2006 durch die Schering Stiftung ermöglichte Ausstellungsreihe „Fokus auf…“. Insgesamt neun Kunstwerke aus dem Sammlungsbestand des Städel Museums in Frankfurt am Main rücken nacheinander in den Fokus und werden unter vielfältigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten untersucht – ab dem 9. April 2009 ist es Andrea Mantegnas „Evangelist Markus“.

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Vor neutralem, fast schwarzem Fond erscheint in einer steinernen Fensteröffnung die bemerkenswert plastische Halbfigur des bärtigen Evangelisten Markus, der mit rotem Rock und violettem Mantel bekleidet ist. Er stützt seinen Kopf mit dem rechten Arm auf dem Fenstersims ab und blickt mit leicht geöffnetem Mund am Betrachter vorbei in die Ferne. Auf dem lebhaft gemaserten Fenstersims vor dem Evangelisten sind eine Zitrusfrucht sowie ein prachtvoller Kodex erkennbar. Bei letzterem handelt es sich um das Markus-Evangelium, womit auf die Schreibtätigkeit des Evangelisten verwiesen wird.

Die um 1450 entstandene halbfigurige Darstellung des Evangelisten Markus aus der Sammlung des Städels war trotz der auf dem cartellino am unteren Bildrand angebrachten Signatur lange Zeit hinsichtlich ihrer Zuschreibung umstritten. Spätestens seit einer in den 1990er Jahren durchgeführten Reinigung und Restaurierung, die die hohe Qualität der auf Leinwand ausgeführten Malerei wieder zur Geltung brachte, gilt das Bild übereinstimmend als eigenhändiges Werk aus der Frühzeit des Künstlers und damit als eines der frühesten erhaltenen Werke Mantegnas überhaupt.

 

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