Ivana Franke

 

Carsten Nicolai: rota

Eröffnung des neuen Projektraumes der Schering Stiftung am 2. Juli 2009

Mit dem Umzug der Schering Stiftung in ihre neuen Räumlichkeiten 'Unter den Linden 32-34' in Berlin Mitte Juni stärkt die Stiftung ihre operativen Aktivitäten und eröffnet einen eigenen Projektraum für Ausstellungen, Vorträge und Workshops an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Der Projektraum, der für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein wird, versteht sich als Raum für experimentelle oder interdisziplinäre Ansätze im Bereich der bildenden Kunst und der Naturwissenschaften und spiegelt die Förderaktivitäten der Schering Stiftung wider.

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Seit 2004 widmet sich die Stiftung verstärkt dem Dialog zwischen den Disziplinen. Neben interdisziplinär angelegten Vortragsreihen und Workshops soll der Raum vorrangig der „Kunst als Forschung“ ein Schaufenster geben. Die Stiftung setzt bei ihrer Programmplanung auch verstärkt auf Kooperationen mit nationalen und internationalen Kunst- und Forschungsinstitutionen sowie mit anderen Stiftungen.

Eröffnet wird der Projektraum mit der Ausstellung rota von Carsten Nicolai am 2. Juli 2009 um 19 Uhr. Das Werk des international renommierten Künstlers und Musikers steht exemplarisch für die Programmatik der Schering Stiftung: die Förderung exzellenter künstlerischer Positionen und wissenschaftlicher Forschung.

Nicolai fertigt die Arbeit rota speziell im Auftrag der Schering Stiftung an. Die als Experiment zu verstehende Installation beschäftigt sich mit den Auswirkungen sogenannter Neurofeedbacks auf die menschliche Wahrnehmung. In Anlehnung an die seit den 1950er Jahren von Brion Gysin entwickelten dream oder mind machines, die im Kontext der Beatnik-Bewegung entstanden sind und durch die Produktion von Alphawellen eine bewusstseinserweiternde Funktion besitzen sollten, stellt Carsten Nicolai mit rota eine Versuchsanordnung bereit, die den Besucher am eigenen Leib erfahren lässt, inwiefern das Gehirn auf unterschiedliche visuelle (und akustische) Phänomene reagiert.

rota ist ein etwa 260 cm hoher und im Durchmesser ca. 170 cm breiter Zylinder, der um seine eigene Achse rotiert und dessen Oberfläche mit einem speziell entworfenen Muster perforiert ist. Aus seinem Inneren strahlt kaltes Licht, das durch die Rotation des Körpers einen stroboskopischen visuellen Effekt erzeugt. Je nach Geschwindigkeit des Rotationsvorgangs entstehen dabei verschiedene Frequenzen flickernder Lichtimpulse, die auch auf akustischer Ebene umgesetzt werden. Laut wissenschaftlicher Forschungen können diese Impulse direkte Auswirkungen auf die Gehirnströme des Zuschauers haben und somit ein neuronales Feedback erzeugen, welches unterschiedliche Zustände mentaler Verfassung – wie in Trance, Hypnose oder Meditation – hervorrufen kann.

Zur Ausstellungseröffnung sprechen Prof. Dr. Reinhard Kurth, Vorsitzender des Stiftungsrates der Schering Stiftung und ehemaliger Präsident des Robert-Koch-Instituts, Berlin, sowie Prof. Dr. Christina Weiss, Mitglied im Stiftungsrat der Schering Stiftung und Vorsitzende des Vereins der Freunde der Nationalgalerie, Berlin. Der Künstler ist anwesend.

Carsten Nicolai: rota

Schering Stiftung
Unter den Linden 32-34, 10117 Berlin

3. Juli bis 26. September 2009
Montag bis Samstag, 11 bis 18 Uhr
Vernissage am 2. Juli 2009 um 19 Uhr
Finissage am 27. September 2009 von 15 bis 18 Uhr
Eintritt frei

Hinweis: rota arbeitet mit Stroboskoplicht. Epileptikern wird daher vom Besuch der Ausstellung abgeraten.

Fotos: 1-3: Uwe Walter, 4-8 Steffen Kugler, © Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin und PaceWildenstein, VG Bild-Kunst Bonn 2009, commissioned by Schering Stiftung

Weitere Informationen erhalten Sie unter: Tel. 030-20 62 29 65 oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .


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