Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Utopia für großes Sinfonieorchester mit multipler Live-Elektronik

17.02.2010, Berlin | UTOPIA nannte Thomas Kessler seine erste Komposition für Orchester, weil er mit dem Zusammenspiel aus multipler Live-Elektronik und Orchesterinstrumenten ein völlig neues Klangbild geschaffen hatte und sich zudem nicht vorstellen konnte, dass dieses Stück aufgrund seiner Komplexität jemals zur Aufführung käme. Diese große Herausforderung haben das Kunstfest Weimar und die Berliner Festspiele nicht gescheut: Das Werk wurde als Koproduktion der beiden Institutionen erstmals 2009 bei den pèlerinages aufgeführt und wird nun im Rahmen der neunten Ausgabe von MaerzMusik in Berlin präsentiert. Diese steht selbst unter dem Motto UTOPIE [VERLOREN] und setzt ihren thematischen Schwerpunkt im Jahr 2010 auf Musik als Ort utopischen Denkens.

UTOPIA, Staatskapelle Weimar

Mit dem Werk UTOPIA wird die Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Heinz Holliger am 24. März 2010 einen neuen Klang erfahrbar machen. Verteilt im Raum verfügt jeder einzelne Musiker über einen Computer und Verstärker, um den Instrumentalklang live-elektronisch zu verfremden. Die Schering Stiftung unterstützt die Aufführung in der Berliner Philharmonie insbesondere aufgrund dieses innovativen Ansatzes in der Verbindung von Technik und Musik. Neben dem Werk von Thomas Kessler werden in dem Konzert Kompositionen von Heinz Holliger und Bernd Alois Zimmermann zu hören sein.

Der 1937 in Zürich geborene Thomas Kessler widmet sich seit über dreißig Jahren der Verbindung traditionellen Instrumentalspiels mit elektronischen Apparaten, Synthesizern und Computern. Anders jedoch als bei Kompositionen, die ein zentrales Mischpult vorsehen, an dem ein Klangregisseur die Kontrolle über den Gesamtklang des Orchesters ausübt, legt Kessler in UTOPIA sein Augenmerk explizit auf den einzelnen Musiker, der jeweils die Modulation seiner eigenen musikalischen Interpretation an einem individuellen live-elektronischen Setup (Synthesizer, Laptop, Fußpedal, etc.), quasi „subversiv“, wie Kessler sagt, vornimmt.

Mit seinem Werk verbindet der Komponist den Wunsch, ein „utopisches“ Sinfonieorchester zu schaffen, in dem jeder Musiker neben seinem eigentlichen Instrument ein zweites, live-elektronisches spielt. Für Thomas Kessler bedeutet dies musikalisch den Aufbruch in eine „bessere – live elektronische – Welt“.

24. März 2010, 20 Uhr

Philharmonie Berlin
Herbert-von-Karajan-Str. 1
10785 Berlin

19 Uhr Einführungsveranstaltung
Südfoyer
Wolfgang Korb im Gespräch mit Thomas Kessler 

Konzertprogramm:

Heinz Holliger
Tonscherben
Orchester-Fragmente
In memoriam David Rokeah [1916-1985] (1985)

Bernd Alois Zimmermann
Stille und Umkehr
Orchesterskizzen (1970)

Thomas Kessler
Utopia
für großes Sinfonieorchester mit multipler Live-Elektronik (2009) 

Ausführende:

Staatskapelle Weimar
Leitung: Heinz Holliger

Simon Böckenhoff / Rico Graupner / Egor Poliakov / Daniel Schulz /
Thomas Seelig / Clemens Wegener, Audio-Designer
Markus Danne / Martin Felderhoff, Technik

Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.berlinerfestspiele.de

Fotos: Maik Schuck

Utopia, Staatskapelle Weimar

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