Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Walter Hohlweg Preis 2008

PD Dr. Jörg Engel

Universitäts-Frauenklinik Würzburg

Präklinische Untersuchungen zur rezeptorvermittelten Tumortherapie mit Peptidhormonanaloga

Im September 2008 erhielt Dr. Jörg Engel, Oberarzt an der Universitäts-Frauenklinik Würzburg und Privatdozent, den Walter Hohlweg Preis 2008 von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Das Preisgeld i.H.v. 8.000 € wurde von der Schering Stiftung finanziert. Ausgezeichnet wurde Engel aufgrund seiner Arbeit „Präklinische Untersuchungen zur rezeptorvermittelten Tumortherapie mit Peptidhormonanaloga“.

In der Arbeit zeigte Engel, dass die rezeptorvermittelte Therapie („Targeted Therapy“) mit zytotoxischen Analoga des GnRH, des Bombesins/GRP und des Somatostatin in präklinischen Tumormodellen bei geringer Hämatotoxizität hochwirksam ist. In den vorgestellten Studien war das Hybridmolekül in den untersuchten Tumorerkrankungen deutlich potenter als das „non-targeted“ 2-Pyrrolinodoxorubicin. Die gute Wirksamkeit in tumorbiologisch recht unterschiedlichen Entitäten, wie z.B. dem malignen Melanom und dem Endometriumkarzinom spricht für die Möglichkeit einer breiten Einsetzbarkeit der potentiellen Therapeutika. Die Expression des jeweiligen Targetrezeptors auf Tumorzellen ist allerdings eine conditio sine qua non für eine effektive Therapie, denn eine Blockade der tumoralen Rezeptoren führte immer zu einer deutlichen Wirkungsabschwächung der zytotoxischen Peptidanaloga. Die Hämatotoxizität nach rezeptorvermittelter Chemotherapie war in allen Experimenten geringer als nach ungerichteter Therapie mit dem zytotoxischen Radikal. Mit der schnellen Entwicklung einer Chemoresistenz nach rezeptorvermittelter Therapie ist wahrscheinlich nicht zu rechnen, denn in keinem Experiment wurde eine vermehrte Expression von MDR-Proteinen nach Behandlung beobachtet. Mit AN-152 ist jetzt eines der hier untersuchten Therapeutika in die klinische Prüfung eingetreten. In einer Phase I Studie an Patientinnen mit GnRH-rezeptorpositiven Mamma-, Ovarial-und Endometriumkarzinomen war AN-152 gut verträglich und wird jetzt in Phase-II Studien weiter auf seine Wirksamkeit überprüft.

In weiteren Untersuchungen konnte demonstriert werden, dass das ursprünglich im Hypothalamus beschriebene Peptidhormon GHRH in Non-Hodgkin Lymphomen und Endometriumkarzinomen wahrscheinlich als autokriner Wachstumsfaktor fungiert. Durch in vitro Untersuchungen und im Tiermodell wurde gezeigt, dass die Unterbrechung dieses autokrinen Loops durch GHRH-Antagonisten zur Wachstumsinhibition in beiden Tumorentitäten führt.

Jörg Engel

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