Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

PILLEN UND PIPETTEN - Die chemisch-pharmazeutische Industrie am Beispiel Schering

„Unsere moderne Zivilisation stammt aus dem Labor!“, lautet die These der Kuratoren der Ausstellung PILLEN UND PIPETTEN im Deutschen Technikmuseum. Fast alle Stoffe, mit denen wir umgehen und die uns umgeben, enthalten im Labor erforschte und entwickelte Anteile. Auch in unserem Körper gibt es kaum etwas, das nicht für den Erhalt oder die Wiedererlangung der Gesundheit oder gar zur Leistungssteigerung im Labor analysiert wurde. In Kooperation mit der Schering Stiftung widmet das Deutsche Technikmuseum Berlin diesem zentralen Industriezweig erstmals in Deutschland eine Dauerausstellung.

Behandelt werden historische und aktuelle Themen der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Auf 400 qm gibt die Ausstellung Jugendlichen und Erwachsenen einen umfassenden Einblick in die Branche am Beispiel des ehemaligen Chemie- und Pharmaunternehmens Schering.

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Schering Stiftung und der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin und wird gefördert vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Erstmals wird in Deutschland dieser bedeutende Industriezweig in einem großen Museum präsentiert. Ein langfristig angelegtes Begleitprogramm unterstützt das gemeinsame Anliegen der Kooperationspartner, insbesondere Kinder und Jugendliche für die Prozesse der Wissenschaft, Forschung und Technik zu begeistern sowie Verständnis für die Bedeutung von Wissenschaft in unserer Gesellschaft zu wecken.

Hintergrund der Kooperation

Als die Schering Stiftung im Juli 2006 das Firmenmuseum der Schering AG, das „Scheringianum“, als Zustiftung durch die Schering AG übertragen bekam, hatte sie zwar ein authentisches Kleinod deutscher Pharmaziegeschichte gewonnen, zugleich aber ein für die breite Öffentlichkeit kaum wahrnehmbares und schwer zugängliches Museum zu betreiben, das sich auf dem Firmengelände der heutigen Bayer Schering Pharma AG befand. Der Schering Stiftung ist es jedoch ein großes Anliegen, die Entwicklung von Pharmazie und Chemie in Berlin einem breiteren Publikum, vor allem Kindern und Jugendlichen, nahe zu bringen. Da diese Themen bislang in Berlin museumspädagogisch nicht erschlossen waren, entstand in Zusammenarbeit mit der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin die Dauerausstellung PILLEN UND PIPETTEN, die seit dem 2. Juni 2010 in Kreuzberg zu sehen ist.

Die Ausstellung PILLEN UND PIPETTEN

Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine inhaltlich und gestalterisch originelle und anspruchsvolle Ausstellung, die allgemein verständlich aufbereitet ist.

Vor dem Hintergrund der Geschichte des Berliner Unternehmens Schering lernen die Gäste Arbeitstechniken eines Labors, Arbeitsmittel von der Glaspipette bis zum modernen Pipettierroboter, die chemische Produktvielfalt sowie die Grundlagen der pharmazeutischen Industrie kennen. Sie können selbst zum Pyrotechniker werden und virtuell ein Feuerwerk zusammenbauen und zünden oder eine industrielle Tablettenpresse, mit einem Auswurf von 300.000 Tabletten pro Stunde, bei Vorführungen in Aktion beobachten. Einen weiteren Themenschwerpunkt bilden die Entdeckung der Sexualhormone, ihre Verwendung als Verhütungsmittel in der von Schering entwickelten „Pille“ und die gesellschaftlichen Auswirkungen auf Familienplanung und Sexualität.

Des Weiteren geht die Ausstellung auch auf Themengebiete ein, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurden und werden. Dazu zählen die Arzneimittelsicherheit – nur wenige Wirkstoffe und Präparate erfüllen die Erwartungen hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit und passieren nach langer und teurer Entwicklung die gesetzlichen Zulassungsbestimmungen – und der Umgang mit Medikamenten, der Pflanzenschutz sowie die Veränderung der Gesellschaft durch die rasanten Fortschritte in der Chemie- und Pharmaindustrie in den vergangenen Jahrzehnten.

Zur Ausstellung erscheint der wissenschaftliche Begleitband „PILLEN UND PIPETTEN“. Er ergänzt das im Museum vermittelte Wissen mit zahlreichen Fachbeiträgen. Namhafte Wissenschaftler präsentieren darin den neuesten Stand der Forschung. Er ist gleichermaßen für Fachleute wie für interessierte Laien zur inhaltlichen Vertiefung geeignet.

Der Begleitband ist im Verlag Koehler & Amelang erschienen. Er ist für 19,95 € im Museumsshop (ISBN 978-3-7338-0378-0) und für 29,90 € im Buchhandel (ISBN 978-3-7338-0377-3) erhältlich.

Wichtige Informationen zur Ausstellung

Flyer zur Ausstellung

ab 2. Juni 2010

Deutsches Technikmuseum Berlin | Trebbiner Str. 9 | 10963 Berlin

Di bis Fr: 9 – 17.30 Uhr
Sa, So, Feiertage: 10 – 18 Uhr
Mo: geschlossen

Begleitprogramm

Zur Ausstellung werden neben Führungen auch folgende Workshops für Schulklassen angeboten:

Vom Wirkstoff zur Arznei
Dieser Workshop richtet sich an Schüler der Oberstufe, insbesondere an Leistungskurse. Ausgehend von alltäglichen Dingen und Erfahrungen werden Wirkungsmechanismen, chemische Beziehungen, wissenschaftliche Arbeitsweisen und gesellschaftliche Zusammenhänge dargestellt, die in ihrer Komplexität zwar über den schulischen Rahmenplan hinausgehen, für das Verständnis des Themas aber notwendig sind.

Chemie des Alltags
Dieser Workshop richtet sich an Schüler aus Chemie-Grundkursen und nähert sich assoziativ und etwas spielerisch dem Thema der Durchdringung unseres Alltags mit Produkten der chemischen Industrie. Er versucht den Schülern vor allem Hilfsmittel und Techniken zur Strukturierung und Klassifizierung der unübersichtlichen Vielzahl chemischer Produkte zu vermitteln, ohne dass sie dazu fortgeschrittenes Chemie-Wissen mitbringen müssen. Darüber hinaus wird ihnen der Blick für „versteckte“ Chemie (oder vermeintlich „natürliche“ Produkte) geschärft.

Viele bunte Pillen
Auch der Workshop zur Pharmazie richtet sich an Anfänger, ist also für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9 gedacht. Chemische Grundkenntnisse sind nicht nötig, da es vor allem um die Vermittlung eines eigenverantwortlichen Umgangs mit Arzneimitteln geht. In Kleingruppen bearbeiten die Schüler in der Ausstellung Fragen des Ursprungs von Arzneimitteln, ihrer Wirkung, möglicher Gründe für die Markteinführung, der Arzneimittelsicherheit oder des Sinns unterschiedlicher Arzneiformen. Die Ergebnisse werden dann im Gruppengespräch diskutiert.

Die Workshops werden dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr angeboten und eigenen sich für Gruppen mit bis zu 30 Schülern. Sie bestehen aus einem Besuch der Ausstellung mit kurzer Einführung, einer Gruppenarbeit mit speziellen Fragen zum Thema und einem anschließenden Gespräch zur Auswertung und Vertiefung in unserem Seminarraum. Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos.

Zur Anmeldung (mindestens zwei Wochen im Voraus) und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Kurator der Ausstellung:

Dr. Volker Koesling
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Telefon: 030-90254-143

Informationen erhalten Sie hier.

 


Fotos:
Bild 1-4: © C. Kirchner, SDTB
Bild 5, 6: © Bayer AG, Schering Archives

PILLEN UND PIPETTEN

 

 

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