Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

TRACK CHANGES – Kleingartenkultur in Städten

23.08.2010, Berlin / Leipzig | Im Jahr 2010 haben die Schering Stiftung und der MitOst e.V. zum 3. Mal einen gemeinsamen Wettbewerb ausgelobt, der seit 2010 kultur-im-dialog.moe heißt. Mit dem Wettbewerb werden Kulturprojekte unterstützt, die die nachhaltigen Beziehungen zwischen Nachbarländern oder in Grenzregionen Ost-, Mittel- und Südosteuropas fördern. Eines der beiden Gewinnerprojekte ist TRACK CHANGES – ein Projekt der lettischen Kulturmanagerin Zane Zajančkauska, das sich mit der Kleingartenkultur in Städten auseinandersetzt. Die im Rahmen des Projektes entstandenen Arbeiten deutscher und osteuropäischer Künsterinnen und Künstler werden in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig vom 11.09. bis 14.11.2010 ausgestellt.

TRACK CHANGES

 

TRACK CHANGES

Sieben Künstlerinnen und Künstler wurden aufgefordert, sich mit Kleingärten in der Stadt als besondere Form der Wechselbeziehung von Stadt und Natur, als besondere Lebensart und Form der Sozialisierung zu beschäftigen. Die Künstler setzen sich mit der Disziplinierung der Natur in der Stadtlandschaft, mit der Nützlichkeit und dem Schönen sowie mit Beobachtungen, wie sich die ökonomischen Veränderungen und der Wertewandel in der Stadtlandschaft widerspiegeln, auseinander.

In Deutschland werden die Kleingartenanlagen Kolonien genannt. So sehen sie auch aus: als Elemente, die der Stadt scheinbar angehören, jedoch eindeutig ihre Autonomie manifestieren. Die Künstler forschen darüber, wie kontrolliert und diszipliniert der Ort ist, der in der Stadt der Natur zur Verfügung gestellt wird, und stellen unsere Vorstellungen vom Natürlichen in Frage. Ist die Art und Weise, wie das Museum Kunstwerke zeigt und dekontextualisiert, nicht die gleiche, wie die Naturfragmente in der Stadt auftauchen?

Die Künstler fragen auch danach, wie sich gesellschaftliche Änderungen in der Stadtlandschaft zeigen und wie sich unsere Vorstellungen von Produktivität entwickeln: Was zählt als zweckmäßig genutzter Stadtraum, zweckmäßig genutzte Zeit, zweckmäßig verbrachtes Leben? Wie werden das Nützliche und das Schöne definiert und was geschieht, wenn sich diese Bedeutungen verschieben?

Ein Teil der künstlerischen Werke wird von 03. bis 05.09.2010 in Riga, als Teil des Kunstfestivals `Survival Kit` zu sehen sein.

Als ein Satelliten-Projekt gibt das lettische Magazin „kuš!“ eine Spezialausgabe mit Comic- und Fotogeschichten von Illustratoren aus Riga und Leipzig sowie der Schweiz, Schweden, Spanien, Finnland, Japan, Mexiko und den Vereinigten Staaten zum Thema (Schreber-)Gärten heraus.

TRACK CHANGES wird zusammen mit dem zweiten Gewinnerproejkt Musikalischer Grenzdialog im Rahmen des MitOst Festivals in Perm/ Russland (13. bis 17.10.2010) ausgezeichnet.

TRACK CHANGES

11.09. bis 14.11.2010
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
Karl-Tauchnitz-Straße 9-11 | 04107 Leipzig

Eröffnung: 10.09.2010, 19 Uhr
kuratiert von Zane Zajančkauska, Stipendiatin des Robert Bosch Programms für Kulturmanager aus Mittel- und Osteuropa

Beteiligte Künstler und Künstlerinnen: Markus Ambach (DE) in Zusammenarbeit mit Sanita Muižniece und David Schilter (LV), Reinhard Krehl (DE), Kate Krolle (LV), Līga Laurenoviča (LV), Kārlis Lesiņš (LV), Laura Stasiulyte (LT), Ingrīda Pičukāne (LV).

Foto: 1-3 Liga Laurenovica | 4-6 Reinhard Krehl

TRACK CHANGES

 

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TRACK CHANGES

 

 

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