Ivana Franke

 

Transit-Orte: Das Projekt Kunstraum AVUS – Dreieck Funkturm 2010

24.08.2010, Berlin | Im Rahmen des Tages des Offenen Denkmals am 12. September 2010 werden internationale Künstlerinnen und Künstler unter dem Titel Kunstraum AVUS – Dreieck Funkturm 2010 mit Installationen, Performance, Video, experimenteller Musik und Tanz auf die Geschichte sowie die architektonische, soziale und atmosphärische Situation der AVUS reagieren.

Kunstraum AVUS_Elvira Hufschmid

Die Automobil- und Verkehrsübungsstraße AVUS stellt einen Ort in Berlin dar, der internationale Bedeutung für die Geschichte der modernen Mobilität hat. Auf dem Weg von der weltweit ersten kreuzungsfreien „Nur-Auto-Straße“ zum meist befahrenen Autobahnabschnitt Deutschlands war die AVUS wichtige Teststrecke für die Entwicklung des Automobils, des Straßenbaus und des Rennsports. Die unter Denkmalschutz stehenden Relikte der ehemaligen Rennstrecke – eine Tribüne, der Rundturm der Rennverwaltung und die legendäre Nordkurve – werden heute jedoch kaum noch genutzt. Der Verein Initiative temporäre Kunsträume hat diesen Ort, der sich im Übergangsstadium zur Bedeutungslosigkeit befindet, für ein Kunstprojekt ausersehen, das sich mit funktionslos gewordenen Stadträumen auseinandersetzt.

Eines der geplanten Projekte ist das Kunstprojekt „FINE RED LINE“ von Christin Lahr: Vor dem Hintergrund, dass beim ersten und letzten AVUS-Rennen ein jeweils roter Rennwagen als Gewinner über die Ziellinie fuhr, werden zum 12. September zwischen 15 und 16 Uhr Fahrzeughalter roter PKWs über sämtliche Medien aufgerufen, nach Charlottenburg zu kommen und Teil eines künstlerischen temporären Mo(nu)ments an der AVUS zu werden. Sie werden eine rote Spur hinterlassen, die mit Videokameras aus unterschiedlichen Positionen aufgenommen wird.

Die Initiative temporäre Kunsträume e.V. entwickelt und initiiert raumbezogene Kunstprojekte und Veranstaltungen im Stadtraum Berlin mit Akteuren aus den Bereichen der zeitgenössischen Bildenden Kunst, Musik und Tanz. An markanten Orten der Stadt entstehen temporär angelegte Kunsträume, die verschiedene Ebenen der Wahrnehmung ansprechen und spezifische Raumstrukturen offen legen. Durch die Kooperation der Akteure ist ein interdisziplinärer Dialog gewährleistet, der verschiedene Dimensionen und Perspektiven der Thematik offenlegt und deshalb von der Schering Stiftung gefördert wird. Das Projekt hinterfragt, wie sich Menschen im Stadtraum bewegen, ihn wahrnehmen und ihn für selbstbewusste, kreative und individuelle Ausdrucksmöglichkeiten nutzen können. Auf dieser Grundlage werden dann mögliche Visionen für das Areal diskutiert. Der künstlerisch motivierte, zukunftsorientierte Ansatz bietet die Möglichkeit, den Umgang mit Stadtarchitektur aufzuzeigen und das Bewusstsein der Bewohner für ihren Stadtraum zu schärfen.


Kunstraum AVUS Dreieck Funkturm 2010

12. September 2010, 15 bis 20 Uhr

 
Die Aktionsorte im Innen- und Außenraum:

AVUS A115:
12.09.2010, 15 bis 16 Uhr

Temporäres Mo(nu)ment FINE RED LINE von Christin Lahr

Rundturm des Motel AVUS Raststätte (ehemal. Rennleitungszimmer):
12.09.2010, 16 Uhr

Video-Klang-Collage „TRAFFIC BELCANTO 501“ von Claudia Brieske
Motelzimmer 501
Halenseestr. 51
14055 Berlin

12.09.2010, 17.30 Uhr
Mikel Aristegui
Tanzimprovisation „Bewegungen 1“

ICC Parkhaus:
12.09.2010, 18 Uhr

Musikalische Komposition für 25 Autoradios „5x5“ von Michael Rauter und Volker Hormann
Musiker des Solistenensemble Kaleidoskop
ICC Parkhaus, Innenhof
Messedamm/Ecke Halenseestr.
14057 Berlin

12.09.2010, 19 Uhr
Mikel Aristegui
Tanzimprovisation „Bewegungen 2“

Georg-Kolbe-Museum:
28.10.2010, 18 Uhr

Diskurs „Räume der Flüchtigkeit und Wege der Mobilität“
Sensburger Allee 25
14055 Berlin
http://www.georg-kolbe-museum.de


Weitere Informationen sowie Anfahrtswege und Wegbeschreibungen unter
www.kunstraum-avus.de

Fotos: Peter Müller, Elvira Hufschmid

Kunstraum AVUS_Peter Müller

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