On the Far Side of the Marchlands - Ausstellung in der Schering Stiftung

 

Borderland – Ein partizipatives und interdisziplinäres Kunstnetzwerkprojekt

10.08.2011, Berlin | „Borderland“ ist das Pilot-Projekt einer geplanten Reihe, die ein kontinuierlich arbeitendes, russisch-europäisches Künstlernetzwerk etablieren will. Das Projekt versteht sich als offene, spartenübergreifende Plattform an der Schnittstelle von Musik, Tanz, Sprach-, Performance- und Medienkunst. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung und einer sukzessiven Auflösung der spezifischen Kunstbereiche möchte das von den Künstlern Max Bilitza (Deutschland) und Tomas Vtipil (Tschechien) initiierte Projekt Künstler europaweit nachhaltig zusammenführen.

Borderland

Ausgangspunkt von „Borderland“ ist das Internetportal www.borderland-project.net. Hier stellen die teilnehmenden Künstler von Mai bis August 2011 Skizzen, Ideen und Werkausschnitte online, die sich in einer „Virtual Jam Session“ mit den künstlerischen Positionen der weiteren Teilnehmenden, ihren Arbeitsweisen und Formgebungen verflechten. So entsteht eine Drehscheibe für Ideen, ein Umspannwerk für Impulse und Werkschauen, eine Freihandelszone, in der – genreübergreifend, international und kollaborativ – nach dem Open-Source-Prinzip entwickelt, konvertiert und veröffentlicht werden kann. Zwischen zunächst deutschen, russischen, tschechischen und ungarischen Künstlern wird ein kreativer Prozess für Experimente und Partizipation angestoßen, dessen Ergebnisse offen sind. Der Wunsch des Projektes ist es, dass Künstler interdisziplinär an der Idee anderer weiter arbeiten, Tänzer mit Videokünstlern kooperieren, bildende Künstler mit Dichtern kommunizieren. Die Session bricht mit der klassischen Autorschaft und der jeweils spezifischen künstlerischen Ausdrucksform. „Borderland“ funktioniert als Partnervermittlung für Kreative und Adoptionsbörse für Kreatives.

Auf dieser Ebene bleibt das Projekt jedoch nicht stehen. Dem virtuellen Prozess folgt die reale Begegnung der Künstler in Workshops. Die Arbeit mündet in Aufführungen (multimedialen Konzerten und Performances), die zugleich weitere Arbeitsschritte sind: die Erfahrungen der Präsentationen fließen in die fortgesetzte Probenarbeit ein. Ein Symposium reflektiert öffentlich Anspruch und Realität des Projektverlaufs. Der gesamte Prozess wird von einem Dokumentarfilmer begleitet. So entsteht ein Inhalt und Methoden des Projekts dokumentierender Film, der auf der ebenfalls in dieser Projektphase zu erstellenden Internetseite veröffentlicht wird.

Das Projekt „Borderland“ ist Gewinner des Wettbewerbes „kultur-im-dialog.moe“, den die Schering Stiftung und der MitOst e. V. im Jahr 2011 zum 4. Mal gemeinsam ausgelobt haben. Mit dem Wettbewerb werden Kulturprojekte unterstützt, die die nachhaltigen Beziehungen zwischen Nachbarländern oder in Grenzregionen Ost-, Mittel- und Südosteuropas fördern. „Borderland“ zeichnet sich durch die Transformation und Verflechtung der Ansätze sowie die Konzentration des Künstler-Netzwerkes auf die Anforderungen der Gegenwart aus. Neben einer virtuellen Präsentationsstätte im Internet entstehen eine neuartige Medienkunstperformance und der Prototyp einer künstlerischen Produktionsweise. Beruhend auf Intermedialität und Interaktivität schafft das Projekt einen Zwischenraum zwischen Installation, Ausstellung und Konzert, in dem der künstlerische Schaffensprozess selbst inszeniert wird.

Borderland – Projektablauf:

1. Virtual Jam Session: 01.05. bis 21.08.2011

Ideentransfer durch thematische Improvisationsaufgaben, die von den Teilnehmern im eigenen Land oder mit einem Partner via E-Mail/Internetplattform erarbeitet werden. Dieser virtuelle Transformationsprozess wird durch "Spielregeln" strukturiert. Jeder Teilnehmer antwortet seinem Impulsgeber im Rahmen eines bestimmten Zeitfensters. Darauf sendet er seine künstlerische Reaktion zu einem anderen Teilnehmer, der wiederum dem nächsten Künstler seine bearbeitete Version schickt.

2. Künstlertreffen/Workshop: 22.08. bis 08.09.2011

Workshop zum Thema "Neue Medien und Kommunikationsformen – Auswirkungen auf Kunst und Kultur"

Teilnehmer:
Max Bilitza, Performance-Künstler, Deutschland
Chehov Drug, Musikband, Russland
Rüdiger Eichholtz, bildender Künstler und Kunstpädagoge, Deutschland
Pascal Klein, Webdesigner, Deutschland
Hajnal Szolga, Kuratorin und Multimediakünstlerin, Ungarn
Tomas Vtipil, Performer und Musiker, Tschechien
Petr Kacirek, Fotograf und Dokumentarfilmer, Tschechien

3. Multimediale Konzerte / Performances / Symposium: 28.08. – 08.09.2011

28.8.2011, 21 Uhr
Chehov Drug (RUSS) & NEULAND (CZ, D) –
Post-Rap, elektronische Musik, Videokunst
Djäzz,| Börsenstr. 11 | 47051 Duisburg

2.9. 2011, 21 Uhr
Katholikentagsbahnhof
Konrad-Adenauer-Platz 3 | 44787 Bochum

3.9. 2011, 21 Uhr
Ausstellungsraum "Invisible Borders"
Ort wird noch bekanntgegeben.

4.9. 2011, 20 Uhr
zakk | Fichtenstr. 40 | 40233 Düsseldorf

7.9. 2011, 20 Uhr
High 5 Club | Düsseldorfer Str. 5 | 47051 Duisburg

8.9 2011, 19 Uhr
Symposium: „Ost, West, Analog, Digital – Kunstaustausch in Echtzeit?“
High 5 Club | Düsseldorfer Str. 5 | 47051 Duisburg

4. Filmdokumentation und Erstellung der Internetseite: 05.09. – 30.09.11

Der Film dokumentiert den Arbeitsprozess und öffnet ihn für Außenstehende. Mit Hilfe der Agentur „Focus Designs“ wird zudem eine Internetseite entwickelt, die langfristig einen Ideenpool als eigenständige Quelle von künstlerischen Projektideen anlegt.

Weitere Informationen unter: www.borderland-project.net

Fotos: Petr Kacirek

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