Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

„Music Box“ – eine Ausstellung von William Engelen

10.08.2011, Berlin | Der interdisziplinär arbeitende, niederländische Künstler und Komponist William Engelen ist in seiner ersten umfassenden Einzelausstellung in Berlin zu sehen. Vom 10. September bis 6. November 2011 zeigt das Haus am Waldsee das gesamte Spektrum seines Werkes, das unter anderem grafische Partituren, Skulpturen und Klanginstallationen umfasst.

William Engelen

William Engelens Klangarbeiten zeichnen sich durch variable Beziehungen zwischen Visuellem, Akustischem und dem umgebenden Raum aus. Sein Werk verbindet kongenial bildende Kunst, Architektur und Musik, Performance, Installation, Skulptur und Komposition. Es entstehen musikalische Mischformen, die durch ihre besondere Ortsgebundenheit kaum reproduzierbar und meist vergänglich sind. Dem Künstler gelingt es, seine Umwelt in Partituren zu verwandeln, die ihrerseits wiederum Bilder der Musik generieren. Diese Form der „Aneignung der Welt“ stellt einen singulären und eigenständigen Ansatz in der aktuellen Kunstszene dar. William Engelens konsequent disziplinenübergreifende Arbeiten haben die Schering Stiftung nicht nur motiviert, seine längst überfällige Einzelausstellung in Berlin zu fördern, sondern bereits im Jahr 2009 dazu bewogen, einen Partituren-Werkzyklus für die Sammlung des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin anzukaufen.

William Engelens grafische Partituren basieren teilweise auf Tagebüchern und erzählten Geschichten. Sie werden von Musikern als Grundlage für Aufführungen genutzt, die in der Ausstellung zur Aufführung kommen. In diesen Kompositionen geht Engelen also nicht von Noten und Takten aus. Vielmehr komponiert er mit Klängen und Geräuschen, Objekten und Raum. Daraus entsteht etwas Multimediales. Indem seine grafischen Partituren den Musikern kreatives Mitspracherecht einräumen, komponiert er zugleich menschliches Handeln. Die Räume, mit denen Engelen arbeitet, sind keine abstrakt-architektonischen, sondern stets kulturell geprägte Räume. „Seine Arbeiten vereinen das Unvereinbare, Statik und Dynamik, Dasein und Vergehen, Raum und Zeit.“*

William Engelen – Music Box
Ausstellungsdauer: 10. September bis 06. November 2011

Künstlergespräch mit William Engelen: 4. Oktober 2011, 19.30 Uhr

Gäste: Matthias Osterwold und Wilhelm Schürmann
Moderation: Dr. Katja Blomberg

Haus am Waldsee – Internationale Gegenwartskunst in Berlin | Argentinische Allee 30 | 14163 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag 11-18 Uhr, Montag geschlossen
Eintritt € 7,- / ermäßigt € 5,-
Tel.: (0 30) 801 89 35

Kuratorin der Ausstellung ist Dr. Katja Blomberg, Leiterin des Hauses am Waldsee. Es erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch, Verlag Walther König, € 16,80.
Künstleressen: 26.10.2011, 19.30 Uhr, € 35

Anmeldung unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

(*) Gisela Nauck: „Zu den musikalischen Arbeiten von William Engelen“, in: William Engelen, verstrijken. Audio works 1999-2008, Verlag für moderne Kunst, Nürnberg 2008

Die Ausstellung wird realisiert durch die Förderung des Hauptstadtkulturfonds und der Schering Stiftung sowie mit Unterstützung der Freunde und Förderer des Hauses am Waldsee e.V.

Weitere Informationen unter www.hausamwaldsee.de

Fotos: © William Engelen

 

 

William Engelen

 

 

William Engelen

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