Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

"sid" von Leni Hoffmann im Städel Museum

Am 25. Februar 2012 eröffnet das Städel Museum, Frankfurt am Main, seinen neuen Erweiterungsbau für die Sammlung der Gegenwartskunst. Darin enthalten ist die Arbeit „sid“ von Leni Hoffmann, eine Schenkung der Schering Stiftung, Berlin. Die Düsseldorfer Künstlerin entwickelte im Auftrag der Schering Stiftung diese ortspezifische Wandarbeit, die bereits im Sommer 2010 im Projektraum der Stiftung erstmals ausgeführt wurde. Im Städel Museum wird sie nun in neuer Form dauerhaft zu sehen sein. Auf der Seite des Städel Blog finden Sie einen Film über Leni Hoffmann und ihre Arbeit "sid" in Frankfurt.

Leni Hoffmann: sid | Foto: Manuel Franke

Die von Leni Hoffmann ortspezifisch konzipierte Arbeit sid bestimmen Phänomene wie Veränderung, Zeit, Bewegung und Innehalten. Leni Hoffmann spielt mit visuellen Brüchen und erfindet die Arbeit im Prozess des Betrachtens neu. Sie legt eine geometrische Fläche an, die einen stark glänzenden irisierenden „Kipplack“ zeigt, dessen Farbe aus unterschiedlichen Richtungen betrachtet eine jeweils andere Farbigkeit von weißsilbrig über orange bis zu einem gebrochenen Grün annimmt. Die Bewegung des Betrachters bestimmt den jeweiligen Farbton. Jede Standortnahme des Betrachters wird so zur mitschöpfenden Farbbestimmung. Diese die Wand entlanglaufende Fläche wird durch einen rauen Mauerputzauftrag gestört, dessen organische Form durch die vorausgehende Handlung einer Wasserschüttung bestimmt wird. Die Farbmöglichkeiten setzen sich zur Putzoberfläche sowie den übrigen Wand- und Fensterflächen in Bezug.

Die 1962 in Bad Pyrmont geborene Künstlerin Leni Hoffmann lebt in Düsseldorf und arbeitet stets in-situ, am jeweiligen Ort der Bildfindung. Sie schloss ihr Studium der freien Malerei als Meisterschülerin von Georg Karl Pfahler (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg) ab. Seit 2002 hat Leni Hoffmann einen Lehrstuhl für Malerei und Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe inne.

Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von autonomem Kunstwerk und abgegebener Autorschaft. Die zumeist ephemeren Arbeiten spitzen die punktuelle Begegnung des Betrachters mit dem Kunstwerk an dessen Ort des Entstehens in der real erlebbaren Zeit zu. Leni Hoffmanns plastische wie flächige Eingriffe ermöglichen es dem Betrachter, ihre Arbeiten und deren räumliche Zusammensichten durch die eigene Standortnahme zu erlaufen. Leni Hoffmann begreift den Betrachtenden als wesentliches, nicht kalkulierbares Potential ihrer Arbeit.

Der Betrachter spielt daher im Werk von Leni Hoffmann eine zentrale Rolle. Die Raumbezogenheit der Arbeiten lässt sich nur durch den sich ständig verändernden Betrachterstandpunkt erfassen. Leni Hoffmann emanzipiert die Malerei: weg von der Leinwand, hin zum Realraum und zu allen Dingen des Alltags.

 

Weitere Informationen zum Städel Museum erhalten Sie unter:


Städel Museum
Dorothea Apovnik
Presseabteilung
Dürerstraße 2
60596 Frankfurt am Main
Tel. +49.69.60 50 98 234
Fax +49.69.60 50 98 188
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www.staedelmuseum.de

Leni Hoffmann: sid | Foto: Manuel Franke

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