Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Ernst Schering Preis 2014 an Stammzellenforscherin Magdalena Götz

03.12.2013, Berlin | Die Schering Stiftung verleiht den Ernst Schering Preis 2014 an Prof. Dr. Magdalena Götz, Direktorin des Instituts für Stammzellforschung am Helmholtz Zentrum München und Inhaberin des Lehrstuhls für Physiologische Genomik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Götz erhält den mit 50.000 Euro dotierten Preis für ihre herausragenden Arbeiten zur Erforschung der molekularen Grundlagen der Gehirnentwicklung. Prof. Götz‘ Entdeckung, dass Gliazellen des Gehirns als Stammzellen fungieren und Nervenzellen aus Gliazellen hervorgehen können, führten zu einem Paradigmenwechsel in der Neurowissenschaft und sind von zentraler Bedeutung für neue therapeutische Ansätze bei Gehirnverletzungen und -erkrankungen. Die festliche Preisverleihung findet am 23.09.2014 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt.

Magdalena Götz

Magdalena Götz‘ Forschungsinteresse gilt der Erforschung der Zellarten des Gehirns, insbesondere Stammzellfunktionen und Zellregeneration bilden ihren Schwerpunkt. In ihrem Forschungsprojekt will Götz den molekularen Mechanismen bei der Entwicklung von Nervenzellen (Neurogenese) auf den Grund gehen. Eine Schlüsselfunktion besitzen dabei sogenannte Transkriptionsfaktoren, die genetische Informationen aktivieren. Auf der Grundlage ihrer Erkenntnis, dass auch Zellen des Stützgewebes im Gehirn (Gliazellen) Stammzelleigenschaften besitzen, verfolgt die Wissenschaftlerin das Ziel, in diesen eine Reprogrammierung zu funktionsfähigen Nervenzellen zu induzieren.

Prof. Dr. Reinhard Kurth, Vorsitzender des Stiftungsrats der Schering Stiftung, gratuliert Magdalena Götz zur Ehrung und begründet die Wahl der Schering Stiftung: „Magdalena Götz‘ Forschungsarbeiten gelten als wegweisend für die Versuche, die zielgerichtete Differenzierung von Stammzellen zu lenken und damit eines der zentralen Probleme der angewandten Stammzellforschung zu lösen.“

Magdalena Götz (*1962) studierte Philosophie an der Universität Heidelberg und Biologie an der Universität Tübingen. 1992 promovierte sie in der Arbeitsgruppe von Jürgen Bolz am Friedrich-Miescher-Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft. Bereits für ihre Promotionsarbeit wurde Frau Götz mit der Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft ausgezeichnet. Von 1993 bis 1996 war sie als Postdoctoral Fellow am National Institute for Medical Research, London und Postdoctoral Scientist bei Smith Kline Beecham in Harlow, UK. Anschließend war sie als Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München-Martinsried tätig. 2004 wurde sie Direktorin am Institut für Stammzellforschung des Helmholtz Zentrums München in Neuherberg und auf den Lehrstuhl für Physiologische Genomik der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen. Götz ist gewähltes Mitglied der European Molecular Biology Organization. 2007 gewann sie den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. 2007 wurde sie außerdem mit dem Hansen-Preis ausgezeichnet. Ebenfalls seit dem Jahr 2007 ist sie Mitglied der Leopoldina. 2010 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Der mit 50.000 Euro dotierte Ernst Schering Preis ist einer der renommiertesten deutschen Wissenschaftspreise. Er wurde 1991 von der Schering Forschungsgesellschaft ins Leben gerufen und wird jährlich vergeben. Seit 2003 wird der Preis von der Schering Stiftung verliehen. Ausgezeichnet werden herausragende Leistungen auf internationaler Ebene im Bereich der medizinischen, biologischen und chemischen Grundlagenforschung.