Ivana Franke

 

Lebenskräfte. Ätherzeiten. Zum Neustart der Medizin um 1850

Donnerstag, 28.08.2014, 18:30 Uhr
"Lebenskräfte. Ätherzeiten. Zum Neustart der Medizin um 1850"
Prof. Dr. Thomas Schnalke | Direktor des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité

Schering Stiftung
Unter den Linden 32-34 | 10117 Berlin

Am 28. August 2014 veranstaltet die Schering Stiftung im Rahmen der Ausstellung „Small Survey on Nothingness“ von Christoph Keller einen Vortragsabend mit Prof. Dr. Thomas Schnalke zum Thema "Lebenskräfte. Ätherzeiten. Zum Neustart der Medizin um 1850".

Der Vortrag und der Besuch der Ausstellung sind kostenlos und richten sich an die interessierte Öffentlichkeit. Aufgrund begrenzter Platzzahl bitten wir um Anmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

Thomas Schnalke

Als das New England Journal of Medicine zu seinem 200. Geburtstag nach bewegenden Entdeckungen, die die Medizin revolutioniert haben, suchte, befanden die Leser: Am wichtigsten sei die Möglichkeit einer schmerzfreien Operation, ohne diese bewusst miterleben zu müssen – die Narkose. Am 16. Oktober 1846 setzt der amerikanische Zahnarzt William Morton in Boston erstmals im Kreise seiner Kollegen bei einem Kranken eine Äthernarkose – mit Erfolg. Die Nachricht verbreitet sich in Windeseile um den Globus. Rasch findet Morton zahllose Nachahmer in der Medizin. Die Anästhesie ist in der Welt.

Die Nutzung von Äther in der Medizin ist eine der Dimensionen, die Christoph Keller im Rahmen seiner Ausstellung „Small Survey on Nothingness“ eröffnet. Der Vortrag von Professor Thomas Schnalke hebt mit einem weiter gezogenen Blick in die Medizin um 1850 an. Wie kaum eine andere Ära der Medizingeschichte markiert diese Zeit einen radikalen Wandel auf allen Ebenen. Im Labor, aber auch am Krankenbett hält ein nüchtern-naturwissenschaftliches Denken Einzug. In Abgrenzung zur Idee der Lebenskraft geht es um Lebenschemie und Körpermechanik, spezifische Sinnesenergie und „thierische Elektrizität“, Zellen, Gewebe und Organe. Schwefeläther etabliert sich auf einen Schlag als Chiffre-Substanz der Epoche. In seiner gasförmig-farblosen Erscheinung offenbar ein absolutes „Nichts“, zeitigt es in seiner stofflichen Präsenz Effekte, von welchen Ärzte wie Patienten bislang nur zu träumen wagten. Schmerz und Bewusstsein können dem Patienten kontrolliert genommen werden. Dem Chirurgen öffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. Gleichzeitig befürchtet er aber auch Verluste...

 

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