Ivana Franke

 

Science & Society Session im Rahmen des 16. internationalen EMBL-PhD-Symposiums in Heidelberg

Das European Molecular Biology Laboratory (EMBL) veranstaltet vom 23. bis 25. Oktober 2014 zum 16. Mal sein jährlich stattfindendes, internationales PhD-Symposium in Heidelberg. Unter dem Titel „Inspired by Biology: Exploring Nature’s Toolbox“ widmet sich die Konferenz der Frage, wie Wissenschaftler die inhärenten biologischen Eigenschaften von lebenden Organismen zur Entwicklung von Anwendungen in der Biotechnologie, Medizin und Industrie nutzen können. Da Bereiche wie die synthetische Biologie, Genome Editing und Biomateralien in den letzten Jahren einen Stand erreicht haben, der die Folgen für die Gesellschaft spürbar macht, wird das diesjährige Symposium zum ersten Mal eine Science & Society Session beinhalten. Die von der Schering Stiftung geförderte Session umfasst zwei Vorträge, welche die ethischen und gesellschaftlichen Folgen dieser Themen zur Diskussion stellen.

EMBL

 

Die erste Veranstaltung im Rahmen der Science & Society Session, ein Vortrag am 24. Oktober von Dr. Marc Bedau mit dem Titel „Creating Minimal Chemical Life in the Laboratory: Scientific Challenges, Engineering Solutions, and Social Consequences“, beschäftigt sich mit der Erzeugung von lebenden Systemen im Labor. Das Phänomen des Lebens ist eine Eigenschaft, die sich aus dem Zusammenspiel komplexer chemischer Interaktionen ergibt; dank von der Evolution inspirierter Hilfstechnologien nehmen die Möglichkeiten zu, diese Interaktionen im Labor zu reproduzieren. In seinem Vortrag behandelt Bedau sowohl die weitreichenden Auswirkungen dieser Technologien für Gesellschaft und Umwelt sowie die Frage nach der daraus resultierenden gesellschaftlichen Verantwortung für die Wissenschaftler.

Am darauffolgenden Tag, den 25. Oktober, referiert Dr. Jane Calvert unter dem Titel „Biology in Society: Interdisciplinarity, Ownership and Aesthetics“ über die Schnittpunkte zwischen Biologie, Ingenieurswissenschaften und Design. Auch die Frage nach Eigentum und Besitz und wie diese auf künstlich erzeugte oder veränderte lebende Systeme zutrifft, wird Teil ihres Vortrags sein. Darüber hinaus stellt sie ihre Arbeit „Synthetic Aesthetics“ vor, bei der Künstler, Natur- und Sozialwissenschaftler gemeinsam darüber diskutierten, was es bedeutet, Leben im Labor zu gestalten.

Die Science & Society Sessions der Schering Stiftung betrachten die Naturwissenschaften aus soziologischer, philosophischer, ethischer oder künstlerischer Perspektive und ermöglichen es den Teilnehmern einer wissenschaftlichen Veranstaltung, den Blick über ihre jeweilige Fachdisziplin hinaus zu erweitern.

„Inspired by Biology: Exploring Nature’s Toolbox“
16. internationales PhD-Symposium in Heidelberg

23.–25. Oktober 2014
European Molecular Biology Laboratory (EMBL) HeidelbergMeyerhofstraße 1 | 69117 Heidelberg | Deutschland

Schering Science & Society Session

24. Oktober | 16.00 Uhr: Dr. Marc Bedau,
“Creating Minimal Chemical Life in the Laboratory: Scientific Challenges, Engineering Solutions, and Social Consequences”

25. Oktober | 15:30 Uhr: Dr. Jane Calvert,
“Biology in Society: Interdisciplinarity, Ownership and Aesthetics”

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Symposiums.

Fotos: © EMBL Photo Lab

EMBL