On the Far Side of the Marchlands - Ausstellung in der Schering Stiftung

 

Albrecht-Hasinger-Lecture 2014

Professor Frank P. Luyten

Abteilung für Rheumatologie, Universitätskliniken Leuven und Forschungszentrum für Skelettbiologie und Engineering, KU Leuven, Leuven, Belgien

„Gelenkrekonstruktionen: von der Entwicklung zum Engineering“

Frank P. Luyten erwarb 1980 seinen MD und 1986 seinen PhD und die Zulassung als Rheumatologe an der Universität Ghent, Belgien. Zwischen 1986 und 1991 absolvierte er einen Postdoc-Aufenthalt am National Institute of Dental Research (NIDR) der National Institutes of Health in Bethesda, Maryland (USA). Danach war er bis 1997 Forschungsgruppenleiter in der Abteilung für Entwicklungsbiologie im Fachbereich Knochenforschung des NIDR. Im Herbst 1997 nahm Luyten die Stelle als Leiter der Rheumatologischen Abteilung an den Universitätskliniken Leuven und einen Ruf als Professor an die KU Leuven an.

Professor Luyten über seinen Vortrag zum Thema „Gelenkrekonstruktionen: von der Entwicklung zum Engineering“

„Bei der Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit beschädigter Gelenke gibt es zwei mögliche Herangehensweisen: die Förderung der endogenen (intrinsischen) Reparaturmechanismen oder eine extrinsische Reparatur. Endogene Reparaturen eignen sich in verschiedenen Stadien der Gewebeheilung, darunter auch bei der Verwendung von Methoden/chirurgischen Verfahren oder chemischen Verbindungen, welche die Entzündung, Entfernung von Ablagerungen und Zellrekrutierung und im Weiteren die Zellstimulierung und -Differenzierung sowie Gewebebildung beeinflussen. Wenn die intrinsische Reparatur unzureichend oder ungeeignet ist, weil es z.B. zu der Bildung von Narbengewebe kommt, müssen extrinsische Reparaturmechanismen, d.h. Ansätze des Tissue Engineering, in Betracht gezogen werden. Dazu gehören die Entwicklung von Wachstumsfaktoren, intelligente Biomaterialien, Zellpopulationen und wirksamere Kombinationsprodukte, welche die Gewebeheilung vorantreiben und den Geweberegenerationsprozess lokal unterstützen und lenken. Der Erfolg dieser Strategien hängt darüber hinaus großteils vom Mikromilieu und folglich vom Verständnis der lokalen zellulären und molekulären Prozesse in dem betroffenen Gelenk ab.

Der Vortrag liefert einen Überblick über bestehende und in der Entwicklung befindliche Strategien zur Wiederherstellung beschädigter Gelenke. Dazu gehören zellbasierte Therapien wie autologe Knorpelzelltransplantationen (ACT) und deren Varianten sowie die Verwendung von Stammzellen. Die größten Herausforderungen sind dabei tiefergehende osteochondrale (d.h. Knochen-Knorpel-) Defekte und die Rekonstruktion vollständiger Gelenke, welche neue Ansätze im Tissue Engineering erforderlich machen. Da die Entwicklungsbiologie sowie die zelluläre und molekulare Biologe des diarthrodialen Gelenks nach wie vor weitgehend unbekannt sind, ist der Entwicklungs-Engineering-Ansatz noch nicht ausreichend wissenschaftlich fundiert. Es bedarf neuer Grundlagentechnologien, damit die Herstellung von diesen 3D-Produkten, die als Arzneimittel für neuartige Therapien (Advanced Therapeutic Medicinal Products, ATMP) klassifiziert sind, gelingt. Der Vortrag wird darüber hinaus auch einige Zukunftstrends erörtern, darunter zum Beispiel die Herstellung biologischer Gelenke.“

Festveranstaltung am 2. Dezember 2014, 17:00 Uhr

Die von der Schering Stiftung geförderte Albrecht Hasinger Lecture findet in Verbindung mit der Verleihung des Avrion Mitchison-Preises am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) statt.

Foyer des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums Berlin
Campus Charité Mitte
Charitéplatz 1
10117 Berlin
www.drfz.de

Frank Lyuten