Ivana Franke

 

NICO AND THE NAVIGATORS: Die Stunde da wir zu viel voneinander wussten

19.03.2015, Berlin | Nach ihrer Uraufführung am 24. April in Hamburg kommt die neue Ensembleproduktion „Die Stunde da wir zu viel voneinander wussten“ von Nico and the Navigators nach Berlin und wird im Radialsystem V vom 27. bis zum 31. Mai 2015, täglich 20 Uhr, mit Spannung erwartet. Das Ensemble richtet sein Vergrößerungsglas auf skurrile Alltagsmomente, die die Keimzellen menschlicher Verhaltensrituale und ihre Widersprüche sichtbar machen. Die Neuproduktion des vielfach ausgezeichneten Ensembles verspricht mit viel Selbstironie den Nerv der Zeit zu treffen.

Nico and the Navigators_Die Stunde da wir zu viel voneinander wussten

Obwohl unsere Welt immer ökonomischer und „besser“ werden soll, übersehen die Menschen beim Blick auf ihr Smartphone andere Menschen und Gegenstände um sie herum. Sie könnten alles wissen und wissen doch nichts von den Problemen aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Als Ausgangspunkt der neuen Ensembleproduktion von Nico and the Navigators dient die Anordnung von Peter Handkes Stück „Die Stunde da wir nichts voneinander wussten“. Wo das Original an die dreihundert stumme Charaktere per Regieanweisungen über die Bühne schickt, richten Nico and the Navigators mit nur acht Darstellern ihr Augenmerk auf Menschen, die unverhofft aufeinanderprallen und sich diesen Situationen stellen müssen. Das ist in heutigen Zeiten, in denen die Kommunikation vorrangig über Medien stattfindet und Denken sowieso ‚out‘ ist, eine verzwickt komische Herausforderung, deren Flüchtigkeit tiefe Spuren hinterlässt.

Mit neu interpretierten Songs und Liedern von Bonnie „Prince“ Billy bis Benjamin Britten, mit Körpersprache und Textfragmenten wird der von Regeln und Zufall bestimmte Takt des Lebens aufgegriffen: Wie fremd sind wir uns? Wissen wir zu viel voneinander? Was wissen wir wirklich voneinander? Und wie sind unsere Geschichten miteinander verbunden?

Nico and the Navigators sind ein ausgezeichnetes, experimentelles und auf höchstem ästhetischem Niveau agierendes Musiktheaterensemble. Ihr besonderes Talent liegt in der Erfassung kurioser Alltagserfahrungen und zwischenmenschlicher Begegnungen. Die Neuproduktion zielt genau auf die Beobachtung dieser Situationen auf Straßen und Plätzen und deckt damit den heutzutage zum Teil absurden gesellschaftlichen Umgang mit diversen omnipräsenten Kommunikationsmitteln auf.

Die Stunde da wir zu viel voneinander wussten

RADIALSYSTEM V, Berlin

Berlin - Premiere: 27. Mai, 20 Uhr
Aufführungen: 28. - 31. Mai, 20 Uhr

Holzmarktstr. 33 – 10243 Berlin
Eintritt: 14 – 28 €
Tickets: 030–288 788 588 | www.radialsystem.de

Gesang, Tanz & Spiel von und mit: Philipp Caspari, Charles Adrian Gillott, Yui Kawaguchi, Annedore Kleist, Julla von Landsberg, Anna-Luise Recke, Ted Schmitz, Patric Schott | Musik: Tobias Weber (E-Gitarre und Saiteninstrumente)
Künstlerische Leitung: Nicola Hümpel | Bühne: Oliver Proske | Licht: Andreas Fuchs | Kostüme: Frauke Ritter | Soundscapes/Ton: Mattef Kuhlmey | Mitarbeit Sound-Entwicklung: Hannes Gwisdek | Regieassistenz: David Eckelmann | Bühnenassistenz: Sonja Winkler, Caroline Forisch | Kostümassistenz: Cristina Lelli

Eine Produktion von Nico and the Navigators mit Kampnagel Hamburg. Koproduziert vom Théâtre de Nîmes - scène conventionnée pour la danse contemporaine.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Schering Stiftung, die Augstein Stiftung, die Radialstiftung und aus den Mitteln des Landes Berlin.

Foto: Dieter Hartwig


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