Ivana Franke

 

My Square Lady: Von Menschen und Maschinen

21.05.2015, Berlin | Was macht einen Menschen zum Menschen? Wie lässt sich ein Gegenstand oder ein „einfaches Lebewesen“ zu einem solchen formen? Wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Maschine? Die deutsch-britische Performancegruppe Gob Squad hat in Kooperation mit dem Forschungslabor Neurorobotik an der Beuth Hochschule für Technik Berlin und der Komischen Oper Berlin nach möglichen Antworten auf diese Fragen gesucht. 18 Monate lang haben sie mit dem Roboter Myon trainiert und mit ihm die Welt der Oper erkundet. Ihre Ergebnisse werden in der Produktion My Square Lady zu sehen sein, die ihre Premiere am 21. Juni 2015 in der Komischen Oper Berlin feiert. In der Hauptrolle: Roboter Myon!

My Square Lady

In Anlehnung an George Bernhard Shaws Schauspiel Pygmalion und Frederick Loewes Musical My Fair Lady begeben sich das international renommierte deutsch-britische Performancekollektiv Gob Squad, der Wissenschaftler Manfred Hild und die Komische Oper Berlin mit dem autonomen humanoiden Roboter Myon auf eine spannende Entdeckungsreise. Myon, der als lernender Roboter programmiert ist und seit seiner „Geburt“ seine Weiterentwicklung selbst steuert, soll das „Kraftwerk der Gefühle“ Oper in all seinen Facetten erkunden und sich dabei aneignen, was es heißt, menschliche Gefühle zu empfinden, sie auszudrücken und bei anderen hervorzurufen. 18 Monate lang haben die Performer und der Wissenschaftler dafür mit ihm ein Trainingsprogramm durchlaufen. Der Roboter ist in der Lage wahrzunehmen, wann sich ein Mensch in bestimmten Situationen an- oder entspannt und kann dies auch wiedererkennen. Solche Verhaltensmechanismen werden in seinen Speicher eingeschrieben und sind später abrufbar. Ob Myon schließlich zum Menschen oder gar zum Opernstar taugt, wird er am Ende der Spielzeit auf der großen Bühne unter Beweis stellen.

Die Opernproduktion My Square Lady ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Nicht nur die Besetzung der Hauptfigur mit einem Roboter, sondern auch die Bereitschaft eines Opernhauses, unter Einbeziehung aller Abteilungen inklusive Dirigent über 18 Monate lang mit einer freien Theatergruppe neue performative Arbeitsansätze zu verfolgen, ist eine Revolution. Dass darüber hinaus noch die Opernakteure zu Probanden eines wissenschaftlichen Experimentes werden und zugleich als Trainer eines Roboters fungieren, ermöglicht neue Einsichten über „eigene Systeme“ und hat die Schering Stiftung dazu bewogen, das Projekt zu begleiten und zu unterstützen.

My Square Lady: Von Menschen und Maschinen. Eine Opernerkundung

Premiere: Sonntag, 21. Juni 2015, 19:00 Uhr
Komische Oper Berlin
Behrenstr. 55-57
10117 Berlin

Einführungsmatinee: Sonntag, 14. Juni 2015, 12:00 Uhr (ab 10:00 Uhr Opernfrühstück)

Weitere Aufführungen:
Donnerstag, 25. Juni 2015, 19:30 Uhr
Sonntag, 5. Juli 2015, 19:00 Uhr

Karten: 12–85 Euro (erhältlich bei der Komischen Oper Berlin)

Arrangement und musikalische Leitung: Arno Waschk | Konzept, Regie, Bühnenbild und Kostüme: Gob Squad | Entwicklung und Betreuung Roboter: Manfred Hild & Team | Dramaturgie: Ulrich Lenz, Christina Runge | Chöre: Andrew Crooks | Video: Kathrin Krottenthaler, Miles Chalcraft | Licht: Diego Leetz
Roboter: Myon | Gob Squad: Johanna Freiburg, Sean Patten, Bastian Trost | Komische Oper Berlin: Katarina Morfa, Christiane Oertel, Caren van Oijen, Mirka Wagner, Bernhard Hansky, Carsten Sabrowski, Christoph Späth


Weitere Informationen zur Produktion finden Sie hier.

Eine Kooperation der Komischen Oper Berlin mit dem Forschungslabor Neurorobotik der Beuth Hochschule für Technik Berlin und Gob Squad, gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und von der Schering Stiftung, präsentiert von taz.die tageszeitung und zitty Berlin.

Fotos: Iko Freese / drama-berlin.de

My Square Lady

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