Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

DE/SYNCHRONISIEREN? Leben im Plural

26.01.2016, Berlin | Synchronisierung und Desynchronisierung überbrücken die Differenz von Natur und Kultur, betreffen elementare Lebensprozesse ebenso wie komplexe politische oder ästhetische Dynamiken. Die von der Freien Universität Berlin unter Federführung von Gabriele Brandstetter organisierte Jahrestagung 2016 des DFG-Schwerpunktprogramms „Ästhetische Eigenzeiten“ vom 4. bis 6. Februar 2016 im ICI Berlin sowie DOCK 11 wird sich in Form von Präsentationen, Diskussionen, Arbeitsgruppen und Performances verschiedenen Zeitpolitiken und Zeitästhetiken widmen. Im Rahmen dieser Tagung unterstützt die Schering Stiftung die Präsentation der Lecture Performances von Sebastian Matthias und Litó Walkey. So können die beteiligten Kunst-, Sozial- und Naturwissenschaftler in den direkten Austausch mit den Tänzern und Choreografen treten und ihre Forschungsergebnisse auswerten.

aswebegin, Performance: Litó Walkey

„We are strangers in the now“. So kommentiert die Performerin Kajsa Sandström die Choreografie von ,aswebegin‘, die Litó Walkey zusammen mit der Weld Company 2013 entwickelt hat. Die Performance, die auf performativen Anweisungen basiert, zeigt Überlagerungen von Bewegungserinnerungen und erprobt De-/Synchronisierungsprozesse zwischen den Tänzern und in Bezug auf das Publikum – ein ständiges Austarieren zwischen verschiedenen Zeiten. Zusammen mit Gabriele Brandstetter und Anne Schuh werden die kanadische (in Berlin lebende) Choreografin und ihre Performer erforschen, wie die verabredeten zeitlichen Abläufe und das unvorhersehbare rhythmische Geschehen spezifische Qualitäten von Bewegung entstehen lassen. Sebastian Matthias (Berlin/Hamburg) studierte Tanz an der Juilliard School in New York, Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin (MA) und schließt derzeit seine Dissertation im Rahmen des akademisch-künstlerisch ausgerichteten Graduiertenkollegs Versammlung und Teilhabe: Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste an der HafenCity Universität in Hamburg ab. Matthias untersucht theoretisch wie praktisch die körpertechnischen, sozialen und politischen Kommunikationsformen von Club-Tanz und die Verschiebungen, die sich ergeben, wenn man den Tanz in eine künstlerische Aufführungssituation überträgt. Der Groove als Kommunikationsform findet seinen Antrieb nicht in Homogenität und zeitlicher Übereinstimmung, sondern im Auseinanderdriften und Differenzieren.

In den Choreografien von Sebastian Matthias und Litó Walkey wird Synchronisierung als Interferenzgeschehen von Körperlichkeit, räumlich-technischen Parametern sowie Notationssystemen untersucht und als kinästhetischer Feedback-Prozess mit dem Betrachter generiert. Das Thema „Synchronisierung von Bewegungen“ sowie dessen immanente Zeitdynamiken und Körperpraktiken in Kollektiven wurden bislang vor allem in Einzeldisziplinen untersucht (Physik, Medizin, Medien und Soziologie) und werden nun in dieser Tagung erstmals Disziplinen-übergreifend behandelt.

DE/SYNCHRONISIEREN? Leben im Plural
2. Jahrestagung des DFG-Schwerpunktprogramms 1688 „Ästhetische Eigenzeiten. Zeit und Darstellung in der polychronen Moderne“

4. – 6. Februar 2016
ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry
Christinenstraße 18 – 19, Haus 8 | 10119 Berlin
Vorträge und Diskussionen in deutscher und englischer Sprache. Der Eintritt zur Tagung und zur Performance ist frei.

aswebegin, Performance / Lecture: Litó Walkey und Weld Company 2013, Gabriele Brandstetter und Anne Schuh (in englischer Sprache)
5. Februar 2016, um 19 Uhr
DOCK 11
Kastanienallee 79 | 10435 Berlin
Platzreservierung für die Performance im DOCK 11 aus Platzgründen erforderlich unter: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , 030-35120312

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

pdf Programm

Weitere Informationen:
www.ici-berlin.org
www.aesthetische-eigenzeiten.de/

Konzept und Organisation der Tagung: Gabriele Brandstetter, Kai van Eikels, Anne Schuh, Institut für Theaterwissenschaft, Freie Universität Berlin
Koordination des SPP „Ästhetische Eigenzeiten“: Michael Gamper und Michael Bies, Leibniz Universität Hannover, Deutsches Seminar

In Kooperation mit dem ICI Berlin und dem DOCK 11 Berlin, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Schering Stiftung.

Abbildung: aswebegin – Performance / Lecture von Litó Walkey und Weld Company, Foto: Fredrik Wåhlstedt


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