Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Pechblende (Kapitel 1)

Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 17. März 2016, 19–21 Uhr

Laufzeit: 18.3. – 5.6.2016
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Montag, 13–19 Uhr 

Schering Stiftung
Unter den Linden 32–34 | 10117 Berlin

Die Schering Stiftung präsentiert die neue Arbeit Pechblende (Kapitel 1) von Susanne Kriemann, in der die in Berlin lebende Künstlerin – ausgehend vom Mineral Pechblende (Uraninit) – die Geschichte wissenschaftlicher und fotografischer Prozesse anhand der miteinander verwobenen Schauplätze Labor, Archiv, Museum und Bergwerk erzählt.

pdf Einladungskarte

© Susanne Kriemann: Pech&blende

In den Jahren 1946–89 wurde die hoch radioaktiv strahlende Pechblende im Erzgebirge durch die Wismut AG/SDAG großflächig abgebaut. So wurde die DDR zum drittgrößten Uranproduzenten der Welt und trug wesentlich zur atomaren Aufrüstung der UdSSR bei. Nach dem Mauerfall begann die Renaturierung der Landschaft, die bis 2045 abgeschlossen sein soll. Die andauernde radioaktive Strahlung gerät dabei jedoch zusehends in Vergessenheit.

Seit mehreren Jahren beschäftigt sich Kriemann mit der sowohl realen als auch politischen Unsichtbarkeit von Radioaktivität und recherchierte dazu am American Museum of Natural History (New York), in den National Archives (Washington DC), am Museum für Naturkunde (Berlin) und am Museum Uranbergbau (Bad Schlema).

In Pechblende (Kapitel 1) reflektiert Kriemann die künstlerischen Möglichkeiten, Unsichtbares
sichtbar zu machen. Sie bedient sich dabei sowohl analoger fotografischer Methoden als auch der Autoradiografie – einer Technik, bei der fotosensitives Material durch radioaktive Objekte selbst
belichtet wird. Die Künstlerin kombiniert ihre Autoradiogramme mit Archivmaterial sowie musealen Objekten, um die radioaktive Strahlung zu beleuchten, die es vermag, trotz des emittierten Lichtes unsichtbar zu bleiben. Als Bibliothek des radioaktiven Jenseits bildet die Ausstellung in der Schering Stiftung zugleich das Kapitel 1 der virtuellen Bibliothek www.pechblende.org, die eine stetig wachsende Sammlung an Text- und Bildmaterial öffentlich verfügbar macht.

Parallel zeigt Prefix Institute of Contempory Art, Toronto, noch bis zum 26. März 2016 den Prolog dieser Arbeit von Susanne Kriemann. In Pechblende (Prologue) kombiniert die Künstlerin ihre eigenen Autoradiogramme und Fotogramme mit Archivbildern aus unterschiedlichen Quellen, darunter Luftbildaufnahmen und wissenschaftliche Fotografien, auf denen die radioaktive Verseuchung von Tieren, Pflanzen und Menschen deutlich wird.

Das bei Spector Books erscheinende Künstlerbuch Pechblende. Bibliothek des radioaktiven Jenseits wird am Freitag, den 3. Juni 2016 um 14 Uhr in der Schering Stiftung vorgestellt.

Begleitveranstaltungen:

Salon Pechblende
14.04.2016, 12–17 Uhr
Exzellenzcluster der Humboldt-Universität zu Berlin

Susanne Kriemann, Künstlerin
Susan Schuppli, Goldsmiths, University of London
Dr. Ralf Thomas Schmitt, Museum für Naturkunde
Frank Weißflog, Besucherbergwerk Pöhla
Christina Landbrecht und Friederike Schäfer; Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung, HU Berlin

Moderation: Isabelle Busch

Ein Projekt in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung der Humboldt-Universität zu Berlin.


Vortrag
40 Jahre Uranerzabbau im Erzgebirge - Sanierung einer Region als Jahrhundertaufgabe

26.05.2016, 18 Uhr, in der Schering Stiftung

Prof. Dr. Georg Büchel, Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena

in Deutsch | Eintritt frei | Anmeldung erforderlich unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Ausführliche Informationen



Gespräch mit der Künstlerin und Buchpräsentation:
Pechblende. Bibliothek des radioaktiven Jenseits
03.06.2016, 14 Uhr, in der
Schering Stiftung

in Deutsch | Eintritt frei | Anmeldung erforderlich bis 30.05. unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.



Ein Projekt in Kooperation mit dem Prefix Institute of Contemporary Art, Toronto, und dem Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert vom Kunstfonds Bonn.
Wir danken Lutz Seiler, dem American Museum of Natural History, New York, dem Museum für Naturkunde, Berlin, und dem Museum Uranbergbau, Bad Schlema, für die freundliche Unterstützung.

 

Foto: Susanne Kriemann, Pechblenden 1 (AMNH), 2015, Autoradiogramm, Test 1/1, Ausstellungsstück C59072, Pechblende, Sachsen, Deutschland, aus der Sammlung des American Museum of Natural History, 20x25 cm © Susanne Kriemann

Impressionen vom Eröffnungabend

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