Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Die Seele ist ein Oktopus

27.04.2016, Berlin | Woraus besteht die Seele, wie steuert sie den menschlichen Körper und wo ist ihr Sitz? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Die Seele ist ein Oktopus. Antike Vorstellungen vom belebten Körper“, die vom 11. Mai bis 11. September 2016 im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité Berlin zu sehen ist. Es werden zentrale antike Auffassungen von körperlichen und seelischen Vorgängen vorgestellt, die von Medizinern und Philosophen zwischen 500 vor und 500 nach Christus entwickelt wurden, und in Beziehung zu unseren heutigen Vorstellungen gesetzt.

Die Seele ist ein Oktopus

In der Ausstellung werden vor allem die vielfach rezipierten und kommentierten Ansichten von Aristoteles und Galen aufgegriffen. Aber auch weniger bekannte Positionen werden vorgestellt, wie z.B. die Vorstellung der Stoiker, dass sich die Seele wie die Arme eines Oktopus durch den Körper erstrecke. Neben kostbaren medizinischen Instrumenten, antiken anatomischen Körperteilvotiven und prachtvoll bemalten attischen Trinkschalen übersetzen großformatige Grafiken die Inhalte in die heutige visuelle Sprache. Daraus ergibt sich ein Einblick in das antike Seelen- und Körperverständnis, der uns nicht nur die Wurzeln einiger unserer heutigen medizinischen Vorstellungen vorführt, sondern auch zum lustvollen Eindenken in alternative Sehweisen einlädt.

Das Thema der Ausstellung wird ergänzt und vertieft durch eine Ringvorlesung von Medizin- und Philosophiehistorikern, Archäologen und Medizinern sowie durch ein ca. 140-seitiges reich illustriertes Begleitbuch, das über das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité sowie über die Edition Topoi bezogen werden kann.

Die Seele ist ein Oktopus

Eröffnung: 10. Mai 2016, 19 Uhr
Laufzeit: 11. Mai bis 11. September 2016

Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Hörsaalruine
Charitéplatz 1 in 10117 Berlin
Campusadresse: Virchowweg 16

Öffnungszeiten:
Di, Do, Fr, So 10 - 17 Uhr
Mi und Sa 10 - 19 Uhr

Eintritt: 7,00 € / 3,50 € ermäßigt
www.topoi.org/event/33354/

Ringvorlesung

jeweils von 17:30 Uhr bis 19 Uhr

in der Hörsaalruine des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité

10. Mai 2016
Seele und Sektion: Vorstellungen vom Verhältnis von Seele und Körper in der antiken Anatomie und Physiologie
Heinrich von Staden, Institute for Advanced Study, Princeton

17. Mai 2016
The Mystery of Presence and the Comparative History of the Soul
Shigehisa Kuriyama, Department of East Asian Languages and Civilizations, Harvard University, Cambridge, Massachusetts (USA) – Vortrag auf Englisch

31. Mai 2016
Gesundheit in der Antike (working title)
Orly Lewis, Institut für Klassische Philologie, Humboldt-Universität zu Berlin
Chiara Thumiger, Institut für Klassische Philologie, Humboldt-Universität zu Berlin
Philip van der Eijk, Institut für Klassische Philologie, Humboldt-Universität zu Berlin

14. Juni 2016
Gesundheit, Lebensstil und Verantwortung im antiken medizinischen und philosophischen Denken
Philip van der Eijk, Humboldt-Universität zu Berlin

28. Juni 2016
Ergalia - Instrumenta. Der antike Arzt und sein Handwerkszeug
Antje Krug

12. Juli 2016
Das Organ der Seele heute: Hirnforschung und Psychologie
Henrik Walter, Forschungsbereich Mind and Brain, Charité Universitätsmedizin Berlin

Eine Kooperation des Exzellenzclusters Topoi, der Alexander von Humboldt-Professur für klassische Altertumswissenschaften und Wissenschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und des Medizinhistorischen Museums. Gefördert von der Schering Stiftung.

pdf Einladungskarte und Programm

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