On the Far Side of the Marchlands - Ausstellung in der Schering Stiftung

 

Better Together

24.05.2016, Krywyj Rih, Ukraine | In der Ukraine fehlt es den meisten behinderten Jugendlichen nicht nur an Möglichkeiten, künstlerisch tätig zu sein; allgemein sind die Chancen zur gesellschaftlichen Inklusion und zum Kontakt mit gleichaltrigen Nichtbehinderten dünn gesät. Hier setzt ein Projekt von Sylvia Harrison (Roundhouse), an, das in Zusammenarbeit mit Becky Martin (Lyric Hammersmith) und der ukrainischen Organisation Shelter+ behinderten Jugendlichen die Teilhabe am kulturellen Leben ermöglichen möchte. Das Projekt „Better Together“ unter der künstlerischen Leitung des ukrainischen Rollstuhltänzers Ivan Zamiga und von Wolfgang Stange, Direktor und Chefchoreograf der Amici Dance Theatre Company, ist Gewinner des Wettbewerbs „kultur-im-dialog.eu+“ 2016.

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In der Ukraine sind 2,7 Millionen Menschen – das sind sechs Prozent der Bevölkerung – als behindert registriert und zehn Mal so viele behinderte Kinder in Heimen untergebracht als beispielsweise in England. Viele behinderte Jugendliche sehen sich Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt und werden wie selbstverständlich vom kulturellen Leben ausgeschlossen. Mit einem einwöchigen Programm in Krywyj Rih, Ukraine (20.–26. Juni 2016) will das Projekt „Better Together“ das Augenmerk auf die Zusammenarbeit und das Zusammenleben zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen richten.

Das Projekt, das in Krywyj Rih seinen Auftakt nimmt, will selbst initiierte Projekte – deren Gründer meist alleinerziehende Mütter von behinderten Kindern sind – zum Aufbau von Fördernetzwerken und Kampagnen mobilisieren. Im Anschluss an das Projekt soll ein Instrumentarium zur Entwicklung inklusiver Kunstprojekte entwickelt werden, an dem sich ukrainische Kunstorganisationen und -einrichtungen orientieren können.

Seit 2008 schreibt die Schering Stiftung in Kooperation mit MitOst e. V. jährlich den Wettbewerb „kultur-im-dialog.eu+“ zur Förderung von Kulturprojekten aus, die sich mit individuellen Erfahrungen und nationalen Transformationsprozessen in Europa und seinen Nachbarregionen auseinandersetzen. Aus einer Vielzahl von Einsendungen wählte die Jury 2016 das Projekt „Better Together“, um das Engagement der Beteiligten für gleiche Rechte für alle auszuzeichnen. Zudem überzeugte das interessante Konzept, Unsichtbares sichtbar zu machen und der starke Netzwerkcharakter des Projektes.

Better Together

20.–26. Juni 2016: 1 einwöchiges Projekt bei Shelter+, Ukraine,
35 Projektteilnehmer im Alter von 16 bis 25 Jahren: 15 behinderte und 15 nichtbehinderte TeilnehmerInnen, 3 KünstlerInnen aus dem Vereinigten Königreich: 1 behinderte Künstlerin, 2 Experten für Integrationsarbeit; 2 KünstlerInnen aus der Ukraine: 1 behindert und 1 nichtbehindert

25. Juni 2016: 2 Community-Workshops in Behinderteninternaten in Krywyj Rih, die gemeinsam von den Projektteilnehmern und den Künstlern geleitet werden; 60 Teilnehmer pro Schule, alle Altersstufen

26. Juni 2016: 1 integratives Kunstfestival im Stadtpark von Krywyj Rih, öffentliche Veranstaltung, Teilnahme von Behinderten, Vor- und Aufführungen von behinderten und nichtbehinderten ukrainischen KünstlerInnen

September 2016: Festliche Abschlussveranstaltung bei Lyric Hammersmith, London

Herbst 2016: Festliche Abschlussveranstaltung beim MitOst-Festival, Tbilisi, Georgien

Weitere Informationen


Ein Projekt von Roundhouse (UK), Lyric Hammersmith (UK) und Shelter+ (UA) sowie britischen und ukrainischen NGOs, die mit behinderten Jugendlichen arbeiten. Das Projekt ist Gewinner des Wettbewerbs „kultur-im-dialog.eu+“ 2016 – ein Programm der Schering Stiftung und MitOst e.V. – und wird vom British Council in der Ukraine gefördert.

Foto: © Ivan Zamiga

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