On the Far Side of the Marchlands - Ausstellung in der Schering Stiftung

 

Hiwa K mit dem Kunstpreis der Schering Stiftung 2016 ausgezeichnet

30.06.2016, Berlin | Hiwa K ist zum Preisträger des Kunstpreises der Schering Stiftung 2016 gewählt worden. Die Auszeichnung, die von der Schering Stiftung in Kooperation mit den KW Institute for Contemporary Art in Berlin vergeben wird, ist mit einem Preisgeld von 10.000 Euro, einer Einzelausstellung in den KW, für die ein neues Kunstwerk geschaffen wird, sowie mit einem Katalog zur Ausstellung dotiert. Der Preis wurde dieses Jahr zum sechsten Mal verliehen, davon zum vierten Mal in Kooperation mit den KW.

Die Einzelausstellung von Hiwa K in den KW Institute for Contemporary Art wird von Krist Gruijthuijsen kuratiert und soll im Juni 2017 eröffnet werden.

Hiwa K mit dem Kunstpreis der Schering Stiftung 2016 ausgezeichnet

Die Jury bestand aus Mariana Castillo Deball (Künstlerin), Natasha Ginwala (Kuratorin, Contour Biennale 8, und kuratorische Beraterin, documenta 14), Krist Gruijthuijsen (Direktor, KW Institute for Contemporary Art), Charlotte Klonk (Professorin für Kunst und neue Medien, Humboldt-Universität zu Berlin, und Mitglied des Stiftungsrats der Schering Stiftung), Bonaventure Soh Bejeng Ndikung (Direktor, SAVVY Contemporary), Jacob Proctor (Kurator, Neubauer Collegium for Culture and Society, University of Chicago) und Wael Shawky (Künstler und Preisträger des Kunstpreises der Schering Stiftung 2011).

Ihre Wahl aus insgesamt 12 nominierten Künstlerinnen und Künstlern begründet die Jury wie folgt:

„In seinen einzigartig kombinierten autobiografischen Konstrukten, in denen politische und historische Ereignisse den Hintergrund für performative Interventionen, kollaborative Projekte und Installationen bilden, kommt die Dringlichkeit und Energie von Hiwa Ks künstlerischer Praxis deutlich spürbar zum Ausdruck. Die Musik dient ihm dabei oft als Instrument, um in unserer heutigen komplexen Gesellschaft eine andere Dimension der Kritik zu erzeugen. Diese aufrichtige und neuartige Auseinandersetzung mit aktuellen Themen macht Hiwa K zu einem der spannendsten Gegenwartskünstler.“

Hiwa K wurde 1975 in Kurdistan, Irak, geboren. Er erwarb sich sein Wissen großteils im Eigenstudium, u. a. durch Begegnungen mit Intellektuellen, bildenden KünstlerInnen, MusikerInnen und TheaterkünstlerInnen. Mithilfe von arabischen Übersetzungen erschloss er sich vor allem die europäische Literatur und Philosophie. Im Alter von 25 Jahren kam er nach Deutschland, wo er Musik studierte und Schüler des Flamenco-Meisters Paco Peña war. Seine Arbeiten entziehen sich ästhetischen Normen und bedienen sich eines vielschichtigen Ansatzes basierend auf volkstümlichen Formen, oral histories (Chicago Boys, 2011), Formen der Begegnung (Cooking with Mama, 2006) und anhaltendem politischem Kampf (This lemon tastes of apple, 2011). Seine Arbeiten entwickelt er anhand von persönlichen Biografien, Geschichten, die ihm von Familienmitgliedern und FreundInnen erzählt werden, und vorgefundenen Situationen sowie aus Pragmatismus und Not geborenen Formen des Alltags. Er hinterfragt und kritisiert das institutionalisierte System der Kunsterziehung und die Professionalisierung künstlerischer Praxis sowie den Mythos des Einzelkünstlers. Viele seiner Arbeiten weisen eine starke kollektive und partizipatorische Dimension auf und sind Ausdruck seines Konzepts, über Alltagserfahrungen Wissen zu erlangen.
Hiwa K hat an diversen Gruppenausstellungen teilgenommen, darunter La Triennale in Paris, Alternativa in Danzig, das Edgware Road Project in der Serpentine Gallery in London (alle 2012) und die Manifesta 7 in Bozen (2008). Mit seinem Projekt Chicago Boys war er seit 2011 in zahlreichen internationalen Institutionen zu Gast. 2015 nahm Hiwa K an der 56. Biennale di Venezia teil, 2017 sind seine Arbeiten auf der documenta 14 in Athen und Kassel zu sehen. Im Jahr 2016 wurde er mit dem Arnold-Bode-Preis ausgezeichnet.

Der Kunstpreis der Schering Stiftung zeichnet internationale Künstlerinnen und Künstler aus, die als wichtigste Neuentdeckungen der letzten zwei Jahre im Bereich der bildenden Kunst gelten und deren Werk einen herausragenden, eigenständigen künstlerischen Ansatz aufweist. Seit 2005 wird der Kunstpreis der Schering Stiftung alle zwei Jahre vergeben. Bisherige PreisträgerInnen sind Cornelia Renz, Nairy Baghramian, Renata Lucas, Wael Shawky und Kate Cooper.

Das Programm der KW Institute for Contemporary Art wird ermöglicht durch die Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

 

Fotos:

Hiwa K, Foto | ©: Fabian Schubert
HIWA K: This Lemon Tastes of Apple, 2011, Video, 16:9, color, sound, 13:26 min, Video Still, © Hiwa K, Courtesy of Hiwa K und KOW, Berlin, und Prometeo Gallery, Milan

Hiwa K: This Lemon Tastes of Apple, Video Still

Stiftung

Die unabhängige und gemeinnützige Schering Stiftung wurde 2002 durch die Schering AG, Berlin, gegründet und dient der Förderung von Wissenschaft und Kultur ...  

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