Ivana Franke

 

Über Morphologien: Animalismus und Animismus

Vortrag von Anselm Franke

4. Oktober 2016, 18 Uhr
Schering Stiftung
Unter den Linden 32–34 | 10117 Berlin

Anmeldung bis zum 27.09. unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. (begrenzte Platzzahl, Teilnahme nur nach Anmeldebestätigung möglich, Versand der Bestätigung erfolgt via E-Mail bis 29.09.2016)

Die Moderne ist geprägt von der Idee einer passiven Materie, der der Mensch eine Form aufdrückt. Vermittels der Kunst können wir diese Sichtweise aber auch umdrehen und fragen: Welche Form drücken uns die Dinge auf? Diese Umkehrung ist in der Rezeptionsästhetik angelegt, aber jenseits der Kunst wirft die Frage zahlreiche Grenzfragen und Grenzphobien auf, die mit dem dualistischen Weltbild und seiner Trennung von Belebtem und Unbelebtem, sowie von Subjekt und Objekt verbunden sind. Denn die „Belebung“ der Materie ist nur deshalb ein so zentrales Problem der Moderne, weil sie den Seinszustand nicht nur der Dinge, sondern auch des menschlichen Subjekts betrifft bzw. direkt verändert.

Anselm Franke in der Schering Stiftung; Foto: Jakob Hoff

Ein Subjekt, das die Materie als belebt wahrnimmt, grenzt sich vom rationalen Subjekt der Moderne ab – oder auch nicht, wie ein Exkurs in die Romantik zeigen wird. In diesem Vortrag werden die Fragen nach der Animation der Materie in der Kunst mit den nicht-künstlerischen Debatten der Moderne verbunden. Dabei werden unweigerlich auch Fragen der Psyche, der Anima (Seele) und dem Tier, dem animal, aufgeworfen, und die Konjunktur animistischer Bildwelten in der Kultur der Gegenwart analysiert.

Anselm Franke lebt und arbeitet als Kurator und Autor in Berlin. Er ist Leiter des Bereichs Bildende Kunst und Film am Haus der Kulturen der Welt und war dort Ko-Kurator des „Anthropozän-Projekts“ (2013–2014) sowie der Ausstellungen „The Whole Earth“ und „After Year Zero“ (beide 2013), „Forensis“ (2014), „Ape Culture/Kultur der Affen“ (2015) and „Nervöse Systeme“ (2016). 2012 kuratierte er die Taipei Biennial und 2014 die Shanghai Biennale. Frankes Ausstellungsprojekt „Animism“ wurde von 2010 bis 2014 in Zusammenarbeit mit verschiedenen Kollaborationspartnern in Antwerpen, Bern, Wien, Berlin, New York, Shenzhen, Seoul und Beirut gezeigt. Zuvor war Franke Kurator an den KW Berlin und Direktor der Extra City Kunsthal in Antwerpen. Er provomierte am Goldsmiths College, London.

 

Portraitfoto von Anselm Franke: Jakob Hoff


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