Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald

07.12.2016, Berlin | Ausgangspunkt der Ausstellung Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald, die am 9. November 2017 im Centrum für Naturkunde in Hamburg eröffnen wird, ist der 160. Jahrestag der Veröffentlichung der Darwin-Wallace-Papiere, einer zentralen Abhandlung der Biologie. Der Naturforscher Alfred R. Wallace unternahm im 19. Jahrhundert Expeditionen nach Südamerika und Asien. Dabei sammelte er tropische Fauna, dokumentierte die biologische Vielfalt und entschlüsselte die Mechanismen der natürlichen Auslese. Die Sammlung gilt als Grundlage seiner bahnbrechenden Theorien. Heute allerdings steht zur Debatte, ob solche Entdeckungen noch möglich wären, da das Ökosystem Regenwald in Folge von Abholzung und Umwandlung in Monokulturplantagen weitgehend zerstört ist.

Trans-Amazonian-highway under construction

Die Kuratoren führen aktuelle Forschungsergebnisse, historisches Archivmaterial aus naturkundlichen Sammlungen weltweit und zeitgenössische künstlerische Positionen zusammen. Die künstlerischen Arbeiten befragen das Erbe des europäischen Kolonialismus in den Tropen und setzen sich mit den teilweise radikal veränderten Landschaften Amazoniens und des Malaiischen Archipels auseinander. So versucht die Ausstellung der von heute aus gesehen idyllischen Unbedarftheit von Wallaces Eindrücken ein aktuelles Bild entgegenzusetzen und den ökologischen Wandel für den Besucher erfahrbar zu machen. (Veröffentlichung der Künstlerliste folgt.)

Das Centrum für Naturkunde widmet sich insbesondere den  Herausforderungen des Anthropozäns: Wie können Naturkundemuseen auf den Klimawandel und das Schwinden der Artenvielfalt reagieren? Was bedeutet es, eine naturkundliche Sammlung zu bewahren, aufzubereiten und auszustellen und dabei diese aktuellen Aspekte zu berücksichtigen?

Die Ausstellung wird in den Jahren 2017 und 2018 an drei Stationen gezeigt:

Centrum für Naturkunde
Universität Hamburg

Eröffnung und Pressekonferenz: 9. November 2017
Laufzeit: 10. November 2017 – 18. März 2018

Tieranatomisches Theater
Humboldt-Universität zu Berlin
Frühjahr/Sommer 2018

Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Herbst 2018

Künstlerische Leitung: Anna-Sophie Springer & Etienne Turpin
Wissenschaftliche Berater: Matthias Glaubrecht, Felix Sattler, Frank Steinheimer

Verschwindende Vermächtnisse ist eine Kooperation mit der Schering Stiftung.

Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Website.

 

Abb.: Foto von der Bauphase der T ran samazônica-Autobahn, die während der brasilianischen Militärdiktatur durch den Regenwald geschnitten wurde, Abbildung aus der Zeitschrift Re vista Manchete, Brasilien, 1971, mit Dank an Paulo Tavares.

Projektraum

Anschrift: Unter den Linden 32-34 | 10117 Berlin Öffnungszeiten während der Ausstellungen:Donnerstag – Montag, 13–19 Uhr | Eintritt frei Seit 2009 zeigt die Schering Stiftung im ...

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