Philipp Lachenmann: DELPHI Rationale

 

Alfred-Kerr-Darstellerpreis

22.05.2017, Berlin | Am Sonntag, dem 21. Mai 2017, wurde im Haus der Berliner Festspiele der Alfred-Kerr-Darstellerpreis an Michael Wächter verliehen. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis, der von Judith und Michael Kerr ins Leben gerufen wurde, wird seit 1991 im Rahmen des Berliner Theatertreffens vergeben. Anlässlich des 150. Geburtstages von Alfred Kerr hat die Preisverleihung in diesem Jahr einen ganz besonderen Rahmen erhalten: der Dramatiker und Essayist Moritz Rinke hat ein Dramolett verfasst, das in einer Lesung von Ulrich Matthes und Gerd Wameling uraufgeführt wurde.

Michael Wächter, Foto: Priska Ketterer

Der Alfred-Kerr-Darstellerpreis zeichnet jährlich die/den hoffnungsvollste/n junge/n Schauspieler/in aus, die/der am Berliner Theatertreffen teilnimmt. Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft, jährlich wechselnd, ein/e herausragende/r Schauspieler/in – 2017 war Imogen Kogge die Alleinjurorin.

In ihrer Laudatio sprach sie davon, dass Michael Wächter sie "in seiner geradezu rasenden Rollenentfaltung durch die Geschichte des Abends getragen hat. Er vermag seinen großen Schmerz und seine Verzweiflung ins Extreme zu jagen ... seinen Lebens- und Liebesentwurf gescheitert zu sehen. Ich fürchtete um diesen Menschen Theodor, der von selbstzerstörerischer extrovertierter Aggression und unterdrückter Wut schier um den Verstand gebracht wurde. Und dann immer wieder kurze Momente des Stillstands. Das hilflose Zusehen bei einer Katastrophe ... das war atemberaubend."

Michael Wächter wurde 1986 in Leipzig geboren und ist Ensemblemitglied am Theater Basel, wo er in den Inszenierungen „Engel in Amerika“, „Oresteia“ und „Idomeneus“ zu sehen ist. Er studierte an der Roosevelt High School of Performing Arts in Kalifornien und an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Von 2010 bis 2015 war er Ensemblemitglied am Deutschen Nationaltheater in Weimar.

Unter den jährlich wechselnden Juroren des Alfred-Kerr-Darstellerpreises waren bislang Schauspielergrößen wie Bernhard Minetti, Marianne Hoppe, Ulrich Mühe, Ulrich Matthes, Martin Wuttke, Martina Gedeck, Eva Mattes, Nina Hoss, Thomas Thieme, Edith Clever und Samuel Finzi. Ihnen gelang es stets, die Begabtesten unter den Nachwuchsschauspielern zu entdecken, so dass sich die Liste der Preisträger mittlerweile wie das „Who is who“ der aktuellen Schauspielergeneration liest. Die Schering Stiftung unterstützt die Preisvergabe, um junge Talente in der darstellenden Kunst zu fördern. Mit dem Preis ausgezeichnet wurden bisher u. a. Steffi Kühnert, Kathrin Angerer, Johanna Wokalek, Fritzi Haberlandt, Lina Beckmann, August Diehl, Devid Striesow, Wiebke Puls, Felix Goeser, Julischka Eichel, Kathleen Morgeneyer, Paul Herwig, Fabian Hinrichs, Julia Häusermann und Valery Tscheplanowa.

Alfred-Kerr-Darstellerpreis

Preisverleihung und Lesung des Dramolettes „Arthur Schnitzler beim Verfassen des ärztlichen Gutachtens über den Kritiker Siegfried Jacobsohn in Anwesenheit des Herrn Kerr“

Autor: Moritz Rinke
Recherche: Deborah Vietor-Engländer
Lesung: Ulrich Matthes und Gerd Wameling

21. Mai 2017, 13 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Kassenhalle
Schaperstraße 24, 10719 Berlin

Eintritt frei

 

Die Vergabe des Alfred-Kerr-Darstellerpreises wird ermöglicht durch die Alfred-Kerr-Stiftung, die Schering Stiftung, die Stiftung Preußische Seehandlung und den Tagesspiegel.

Foto:

Portrait Michael Wächter: © Priska Ketterer
Portrait Imogen Kogge: © Birgit Hupfeld

Imogen Kogge, Portrait, Foto: Birgit Hupfeld

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