Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

“Artist-in-Residence”-Programm KLAS gestartet

14.07.2017, Berlin | Die Max-Planck-Institute für Kolloid- und Grenzflächenforschung und Molekulare Pflanzenphysiologie laden erstmalig innerhalb des Artist-in-Residence Programms KLAS - “Knowledge Link through Art and Science” zeitgenössische KünstlerInnen ein, eigene Projekte an den Standorten Wissenschaftspark Potsdam-Golm und der Universität in Groningen (Niederlande) zu entwickeln. Eine renommierte Jury hat die Künstlerin Agnes Meyer-Brandis (Deutschland) sowie das Künstlerduo Otavio Schipper und Sergio Krakowksi ausgewählt, die nun zusammen mit Wissenschaftlern der beteiligen Institute innerhalb des stark diskutierten Forschungsfeldes der synthetischen Biologie arbeiten können.

KLAS_Logo

In einem Zeitraum von acht Monaten arbeiten die Künstler Seite an Seite mit den Forschern und entwickeln so künstlerische Arbeiten, die eine Brücke schlagen zwischen zeitgenössischen Kunstkonzepten und wissenschaftlicher Forschung.

Ausgewählte Künstler

Auf die öffentliche Ausschreibung des Artist-in-Residence-Programms KLAS bewarben sich insgesamt 200 verschiedene Künstlerprojekte aus 36 Ländern. Eine Jury aus renommierten Experten aus dem Wissenschafts- und Kunstbereich hat sich für die Projekte von Agnes Meyer-Brandis (Deutschland) und dem Künstlerduo Otavio Schipper und Sergio Krakowski (Brasilien) entschieden. Die drei Künstler haben jetzt die Chance die eigenen künstlerischen Herangehensweisen innerhalb eines wissenschaftlichen Umfelds auszutesten und weiterzuentwickeln. Sie können dabei auf langjährige Projekte zwischen Kunst und Wissenschaft zurückblicken und haben bereits international anerkannte und preisgekrönte Werke in verschiedenen Zentren und Institutionen weltweit präsentiert.

Begeistert über die neuen Möglichkeiten, geben die Künstler bereits Einsichten in die von ihnen geplanten Projekte. So freut sich Meyer-Brandis besonders darauf in einem internationalen Team von “SynBio-Experten zu arbeiten: „Ich bin schon sehr gespannt zu erfahren, wie Bäume es schaffen sich zu bewegen um vor dem Klimawandel zu fliehen. Auf lange Sicht könnte dieses Gemeinschaftsprojekt einen kleinen Schritt für den Menschen hervorbringen und einen riesigen Sprung für den Baum.”

Schipper und Krakowski versuchen dagegen eine bestimmte Form der Kommunikation zwischen Mensch und Bakterium mittels Klängen zu erzeugen: “Wir glauben fest daran, dass der Blick auf die DNA von Mensch und Bakterium unsere Arbeit entscheidend inspirieren wird. Dieser gemeinsame Nenner wird uns verschiedene poetische Ebenen der Interpretation eröffnen. Auch unsere letzten künstlerischen Arbeiten haben sich schon auf Themen wie Information und Kodierung bezogen.“

Solch interdisziplinäre Begegnungen überbrücken besonders eindrucksvoll die Lücke zwischen den Disziplinen und geben auch einen Einblick in wissenschaftliche Fragestellungen und Arbeitsmethoden. Vordefinierte Kategorien werden hinterfragt und traditionelle Grenzen zwischen den Fachrichtungen kritisch ausgeleuchtet. Hauptziel von KLAS wird es sein, einen frischen ungetrübten Blick auf die Synthetische Biologie zu erhalten, einem Forschungszweig an der Schnittstelle von Physik, Chemie, molekularer Zellbiologie sowie den Ingenieurswissenschaften.

KLAS “Knowledge Link through Art and Science”

“Knowledge Link through Art and Science” (KLAS) ist ein Artist-in-Residence Programm der Max-Planck-Gesellschaft. KLAS fördert den Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft, interdisziplinäre Innovation sowie Bildung und stellt gleichzeitig eine Verbindung zwischen verschiedenen Forschungsinstitutionen her, die sich mit Synthetischer Biologie beschäftigen - Rijksuniversiteit Groningen [RuG] und den Max-Planck-Instituten für Kolloid- und Grenzflächenforschung und Molekularer Pflanzenphysiologie. Zusätzlich zur Vergabe der zwei Artist-in-Residence Aufenthalte wird es Veranstaltungen und Gesprächsrunden zu bestimmten Themen geben. KLAS wird gefördert von der Max-Planck-Gesellschaft sowie der Schering-Stiftung und organisiert von Polyhedra.

 

Fotos:
1 Agnes Meyer‐Brandis, Foto: Ulla Taipale
2 Otavio Schipper, Foto: Cris Komesu
3 Sergio Krakowski, Foto: Aline Müller

 

 

 

 

 

Agnes Meyer-Brandis

 

Otavio Schipper

 

Sergio Krakowski

 

Stiftung

Die unabhängige und gemeinnützige Schering Stiftung wurde 2002 durch die Schering AG, Berlin, gegründet und dient der Förderung von Wissenschaft und Kultur ...  

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