Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Kunst und Neurowissenschaft auf Augenhöhe

17.11.2017. Berlin | Im Juni 2017 lud das Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience Künstler aus aller Welt ein, sich mit aktuellen Forschungsfragen der Computational Neuroscience auseinanderzusetzen und diese künstlerisch umzusetzen. Das Motto der Ausschreibung war “Auf dem (Bild)schirm: Computational Neuroscience im Blickwinkel der Kunst“. Im Oktober entschied sich die international besetzte Expertenjury aus Wissenschaft und Kunst für den in Berlin lebenden japanischen Künstler Yutaka Makino, in dessen Arbeiten sich Kunst, Musik, Philosophie, Architektur und nicht zuletzt Naturwissenschaft miteinander verweben. In den kommenden Monaten wird er eng mit Forschern des Bernstein Netzwerks zusammen arbeiten. Die Öffentlichkeit wird das Ergebnis des Projekts auf einer von der Schering Stiftung geförderten „Science & Society Session“ auf der Bernstein Konferenz vom 26.-28. September 2018 in Berlin sehen und erleben können.

Yutaka_Makino_Foto_privat

Makino möchte einen multi-sensorischen experimentellen Aufbau realisieren und sich in diesem Projekt ganz auf die Wahrnehmung von Bewegung und räumlicher Orientierung fokussieren. Dabei interessiert ihn vor allem der Einfluss des subjektiven Zeitempfindens. Dieses ändert sich, wenn Personen gleichzeitig eine Bewegung ausführen und eine mental anspruchsvolle Aufgabe erfüllen sollen: Die vergangene Zeit wird kürzer wahrgenommen als die real vergangene Zeit. Makino möchte mit künstlerisch-wissenschaftlichen Mitteln erforschen, wie sich diese veränderte Zeitwahrnehmung auf unsere räumliche Wahrnehmung und unsere Orientierung auswirkt. In einem Versuchsaufbau, einer Installation ohne stabile räumliche Orientierungspunkte, werden die Erfahrungswerte und der Erinnerungsmuster der Besucher ständig herausgefordert.

In den kommenden Monaten möchte Makino mit dem klinischen Neurowissenschaftler Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Brandt und dem Geschäftsführer des Zentrums für Sensomotorik, Prof. Dr.-Ing. Stefan Glasauer, beide Wissenschaftler am Bernstein Zentrum Computational Neuroscience in München, zusammenarbeiten: “Ich glaube, dass ich hier enorm von Brandts und Glasauers Forschung und Expertise im Bereich der Bewegungswahrnehmung und der räumlichen Orientierung profitieren kann. Zusammen mit diesen Forschern und ihren Teams, würde ich gerne in ein neues Forschungsthema vorstoßen, das sowohl im wissenschaftlichen wie auch im künstlerischen Kontext bedeutsam ist.“

Der Künstler

Yutaka Makino wurde 1976 in Tochigi in Japan geboren. Er studierte Geowissenschaften, Computermusik und Bildende Kunst in Japan, den Niederlanden und den USA. Seit 2010 lebt und arbeitet er in Berlin. Makino erforscht Wahrnehmungsprozesse mittels experimenteller Setups basierend auf Forschung in Phänomenologie, experimenteller Psychologie, Psychoakustik, den Neurowissenschaften und der Systemtheorie. Seine Darbietungen und Installationen stellen akustisch und visuell konditionierte Erlebniswelten dar, die den Prozess der Wahrnehmung für die Besucher erfahrbar machen und sie dazu anregen über die eigene Wahrnehmung zu reflektieren.

Weitere Informationen

Das Projekt wird von der Schering Stiftung und dem Bernstein Computational Neuroscience e.V. gefördert.

http://www.yutakamakino.com
http://www.bernstein-network.de
http://www.scheringstiftung.de/index.php



 

 


Stiftung

Die unabhängige und gemeinnützige Schering Stiftung wurde 2002 durch die Schering AG, Berlin, gegründet und dient der Förderung von Wissenschaft und Kultur ...  

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