Philipp Lachenmann: DELPHI Rationale

 

„Young Investigator Fund“ für Sofia-Iris Bibli

11.04.2018, Berlin | Wasserstoffsulfide (H2S) sind wichtige gasförmige Botenstoffe. Derzeit geht man davon aus, dass H2S-Donoren die Angiogenese beeinflussen, Atherosklerose verhindern und die Größe des Herzinfarkts begrenzen. Endogen wird H2S in der Gefäßwand durch die Katalyse von Cystathionin-γ-Lyase (CSE) gebildet. Das Forschungsprojekt der Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Sofia-Iris Bibli von der Goethe-Universität Frankfurt am Main versucht, fundamentale Regulationsmechanismen von CSE-abgeleitetem H2S zu erforschen, sie auf Paradigmen der Atherosklerose-Entstehung in vivo anzuwenden und die Ergebnisse auf den menschlichen Organismus zu übertragen. Mechanistisch plant Dr. Bibli, die physiologische Relevanz der Protein-Sulfhydrierung zu identifizieren – eine posttranslationale Proteinmodifikation, die durch H2S vermittelt wird. Das Projekt, das schwerpunktmäßig die Wirkung von H2S auf endotheliale Zellfunktionen und das Spektrum der in arteriosklerotischen Plaques nachweisbaren sulfhydrierten Proteine abbilden soll, könnte zu bahnbrechenden wissenschaftlichen Ergebnissen führen, die sowohl für die Physiologie/Pathophysiologie als auch H2S-basierte Arzneimitteltherapie relevant sind. Dr. Biblis Projekt wird durch eine Anschubfinanzierung der Schering Stiftung als Teil des Stiftungsprogramms „BOOST – Young Investigator Fund für innovative Forschungsideen“ gefördert.

Sofia-Iris Bibli

Über Sofia-Iris Bibli

Sofia-Iris Bibli (geboren in Griechenland) erwarb ihren MSc in Pharmakologie (2013) und ihren PhD mit Auszeichnung in Molekularer Pharmakologie (2016) an der Universität Athen. Nach Abschluss ihrer Promotion wurde sie von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie für zwei Postdoc-Fellowships (ESC Basic Research Fellowship 2016 und Research Grant 2016) nominiert und wechselte als Postdoc an das Institute for Vascular Signalling an der Goethe-Universität Frankfurt unter der Leitung von Prof. Ingrid Fleming. Ihre aktuellen Forschungsprojekte zielen darauf ab, die Rolle von Cystathionin-γ-Lyase-abgeleitetem Schwefelwasserstoff in der Homöostase von Endothelzellen in Gesundheit und Krankheit aufzuklären

Über das Förderprogramm

Die Schering Stiftung unterstützt erfolgsversprechende Forschungsideen junger WissenschaftlerInnen mit einer Anschubfinanzierung. Gefördert werden Projekte aus dem Bereich der biochemischen, neurowissenschaftlichen oder immunologischen Grundlagenforschung mit biomedizinischer Implikation, die mit den vorhandenen Mitteln und Ressourcen nicht umgesetzt werden können und für die mangels Vorarbeiten noch keine anderweitige Finanzierung beantragt werden kann. Die Anschubfinanzierung schafft damit die Voraussetzung für einen anschließenden DFG-Antrag oder eine vergleichbare Förderung. Das Programm richtet sich explizit an hoch motivierte NachwuchswissenschaftlerInnen, die nach wissenschaftlicher Selbständigkeit streben und eigene Forschungsideen verwirklichen möchten. Die Schering Stiftung stellt für dieses Förderprogramm Mittel in Höhe von insgesamt 120.000 € zur Verfügung. Im Jahr 2017 hat die Schering Stiftung mehr als 120 Bewerbungen für das Programm erhalten. Zwei Wissenschaftlerinnen wurden zur Förderung ausgewählt.

Das Programm wird im Jahr 2018 in Kooperation mit der Fritz-Thyssen-Stiftung fortgeführt. Die Ausschreibung erfolgt in einigen Wochen.


Stiftung

Die unabhängige und gemeinnützige Schering Stiftung wurde 2002 durch die Schering AG, Berlin, gegründet und dient der Förderung von Wissenschaft und Kultur ...  

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