Daria Martin, Schering Stiftung Projektraum

 

Förderpreis Bildende Kunst 2005

Am 11. März 2005 eröffnete in der Berlinischen Galerie anlässlich der Preisverleihung des erstmals vergebenen Förderpreises Bildende Kunst der Schering Stiftung die Ausstellung der fünf nominierten Kandidaten. Zehn in Deutschland ansässige Institutionen waren gebeten worden, jeweils einen Kandidaten oder eine Kandidatin vorzuschlagen. Der Arbeitsschwerpunkt aller teilnehmenden Künstler lag, gemäß der Auswahlkriterien für das Jahr 2005, in der Malerei.

Bereits im Vorfeld der Ausstellung gab die Jury Cornelia Renz als Preisträgerin des Förderpreises Bildende Kunst der Schering Stiftung bekannt. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.



Cornelia Renz

Förderpreis 2005 Preisträgerin

Ganz anders greift Cornelia Renz das Thema der Kind-Frau auf. Ihre Bilder sind keine kontemplative Erforschung der Psyche, sondern erzählen Geschichten von Aktion und Kommunikation, von Aggression bis zu Gewalt und Grausamkeit. Sie zwingt den Betrachter zur Auseinandersetzung mit diesen Themen, die im selben Maß, in dem sie in den Medien über-präsent sind, verdrängt und neutralisiert werden. Ihre Arbeiten lassen offen, ob sie den Gedanken der Mädchen und jungen Frauen, des Betrachters oder einer tatsächlich existierenden Realität Ausdruck verleiht.

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Thomas Dillmann

Förderpreis 2005 nominiert

Thomas Dillmann schafft in seinem Werk akkurat komponierte, komplexe Landschaftsszenen von zumeist weit gefassten Horizonten, aber auch Teilbeobachtungen einzelner Gebäude­gruppen. Obwohl fast fotorealistisch anmutend, entziehen sie sich jeder Greifbarkeit. Die häufig wie vernebelt scheinenden Bilder, die bar jedes menschlichen Lebens sind, lösen trotz ihrer vordergründigen "Schönheit" Beklemmung aus. Denn die trotz ihrer detaillierten Ausarbeitung auf ihre Grund­strukturen reduzierten Bilder stellen die Frage, wo und wie in diesen Welten menschliches Leben war oder zukünftig gestaltet sein könnte.

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Justine Otto

Förderpreis 2005 nominiert

Justine Otto beschäftigt sich in ihren Bildern mit den Gefühlswelten von Kindern und Jugendlichen. In ihren von kräftigen Farben bestimmten Bildern meint man, den Aufruhr kindlicher Gefühle unmittelbar spüren zu können. So verschafft sie dem Betrachter einen fast schon schamlos intimen Einblick in deren Erlebniswelt. Ihre abgründigen Darstellungen stellt sie gegen ein vordergründiges, oberflächliches, auf Repräsentation gerichtetes Verhalten, das in der heutigen Informationsgesellschaft zunehmend anzutreffen ist.

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Markus Willeke

Förderpreis 2005 nominiert

Markus Willekes Arbeiten sind (fast immer) großformatig, gewaltig, kraftvoll und von überbordender Eindringlichkeit. Seine Motive, die häufig aus Szenen der Film- und Medienwelt entstanden sind, prallen dem Betrachter entgegen. Hinter dem meist isolierten Motiv verbirgt sich die Geschichte, der Kontext, dem es entnommen ist. Hier scheint der Eindruck, den die Bilderflut der medialen Welt hinterlässt, am unmittelbarsten umgesetzt zu sein.

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Jongsuk Yoon

Förderpreis 2005 nominiert

Jongsuk Yoon führt zurück zum poetischen, leisen Ausdruck der Dinge. Ihre teils gemalten, teils gestickten Arbeiten versprühen eine zurückhaltende Leichtigkeit. Es gelingt ihr, trotz sorgfältig durchdachter Komposition, trotz des schon fast pedantisch Kleinteiligen der Stickerei, welche die Bildmotive bestimmt oder überlagert, eine Offenheit und Heiterkeit der zumeist dem Alltag entnommenen Szenen zu erzielen. In Yoons Bildern ist das Leben ernst, aber nicht schwer. Es scheint, dass die europäische Maltradition mit den Ansätzen asiatischer Ästhetik hier eine glückliche Verbindung findet.

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